Capital One Fin.
- DER AKTIONÄR

Karten neu gemischt

Die Demokraten in den USA haben allen Grund zur Freude - sie konnten die Kongresswahlen für sich entscheiden. Das Leid bei den Republikanern unter Präsident George W. Bush hingegen ist groß. Wähler präsentierten die Rechnung für Skandale im Irak, Korruptionsfälle, aber auch dubiose Sexaffären innerhalb der Partei. Jetzt muss der mächtigste Mann der Welt in seiner verbleibenden Amtsperiode wohl mit mehr Kompromissen leben, als ihm recht sein dürfte.

Der Wahlausgang in Amerika eröffnet nicht nur politisch neue Perspektiven - auch bei einigen Aktientiteln tun sich neue Chancen auf.

Die Demokraten in den USA haben allen Grund zur Freude - sie konnten die Kongresswahlen für sich entscheiden. Das Leid bei den Republikanern unter Präsident George W. Bush hingegen ist groß. Wähler präsentierten die Rechnung für Skandale im Irak, Korruptionsfälle, aber auch dubiose Sexaffären innerhalb der Partei. Jetzt muss der mächtigste Mann der Welt in seiner verbleibenden Amtsperiode wohl mit mehr Kompromissen leben, als ihm recht sein dürfte.

Sieger der zweiten Reihe

Über neuen Auftrieb durch den Wahlausgang freuen sich Unternehmen, die direkt oder indirekt mit dem Konsum zusammenhängen. Fakt ist nämlich, dass die Demokraten stark auf der Seite der Verbraucher stehen. Nutznießer davon sind unter anderem Anbieter von Kreditkarten. Zwar mögen viele spontan an American Express denken. Doch mindestens ebenso interessant ist die Aktie von Capital One Financial. Das Unternehmen zählt zu den größten Kreditkartenanbietern in den Vereinigten Staaten und braucht den direkten Bewertungsvergleich mit dem bekannteren Bruder nicht zu scheuen: Bringt es American Express etwa auf ein 2007er-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17, liegt es bei Capital One knapp im einstelligen Bereich.

Den Löwenanteil erlöst die in Falls Church, Virginia, ansässige Firma mit dem Kreditkartengeschäft – auf der Angebotsliste stehen unter anderem Visaund MasterCard. Daneben sind die beiden Sparten Global Financial Services und Auto Finance mit zweistelligen Zuwachsraten stark im Kommen. Dem nicht genug: Bereits im März dieses Jahres bekundete Capital One, das Bankhaus North Fork zu übernehmen. Jetzt gab auch die Federal Reserve ihr O. K. zu dem Deal, der rund 14,6 Milliarden Dollar kosten und noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden soll. Was er langfristig wieder einspielt, ist noch nicht abzusehen – Analysten sehen das Geschäft aber überwiegend positiv und halten die Aktie für kaufenswert.

Auf Wachstumskurs

Zum dritten Quartal meldete der Kreditkartenanbieter einen Gewinnanstieg um satte 20 Prozent. Gleichzeitig verkündete CEO Richard Fairbank für das Gesamtjahr ein Ergebnis von knapp 7,80 Dollar je Aktie – dies entspräche einem Zuwachs von rund 16 Prozent. Die Schätzungen für 2007 führen diesen Trend fort.

Ab ins Depot

Die günstige Bewertung und hohe Wachstumsraten machen Capital One zu einem wahren Growth-Titel. Durchbricht der S&P-500-Titel die Marke bei 80 Dollar, steht einem weiteren Ausbruch nach oben nichts im Weg.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 47/2006.

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