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KarstadtQuelle zieht Bilanz

Der neue Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff - seit 60 Tagen offiziell im Amt - lädt morgen zu einem "sommerlichen Pressegespräch", um über die aktuelle Situation des angeschlagenen Konzerns zu informieren.

Der neue Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff - seit 60 Tagen offiziell im Amt - lädt morgen zu einem "sommerlichen Pressegespräch", um über die aktuelle Situation des angeschlagenen Konzerns zu informieren.

Von Stefan Eichner

Viel Neues gab es um den Sanierungsfall KarstadtQuelle in den vergangenen Wochen nicht zu hören. Allenfalls auf der Personalseite - insbesondere in Fürth, am Hauptsitz des Versandhandels und Sitz von Quelle - hat sich Signifikantes getan: So wurde zunächst Versandhandelschef Arwed Fischer entlassen, Nachfolger wurde Konzernfinanzvorstand Harald Pinger. Kurz darauf musste Georg Michael Zupancic - zuständig für Finanzen im Bereich Versandhandel - seinen Hut nehmen. Ob die "Verschlankung der Strukturen", die Middelhoff angekündigt hatte, damit schon abgeschlossen ist, darf bezweifelt werden.

Wo bleibt das Konzept?

In punkto Personalien hat die Führungsriege des Konzerns also bereits gehandelt. Das Zukunftskonzept für KarstadtQuelle, das von Pinger für Ende Juni angekündigt wurde, liegt offiziell noch nicht auf dem Tisch. Um den Versandhandel fit für die Zukunft zu machen, wurde eigens eine Task Force eingesetzt, die das Konzept auf die Beine stellen soll. Dieses Konzept könnte morgen auf der von Middelhoff anberaumten Pressekonferenz in Frankfurt, am Sitz der Neckermann Versand AG, vorgestellt werden. Interessanterweise tagen morgen auch die Aufsichtsräte von Neckermann und Quelle. Die Chancen stehen also gut, dass das Rätselraten um die zukünftige Aufstellung des KarstadtQuelle-Konzerns ein Ende hat.

Fakten und Spekulationen

Fest steht bislang, dass die AGs des Konzerns unterhalb der führenden Holding in GmbHs umgewandelt werden. Zudem werden wohl die beiden Versandhandels-Flaggschiffe Neckermann und Quelle in Zukunft völlig eigenständig geführt werden. Hier könnte erneut die von Middelhoff angekündigte Verschlankung der Strukturen greifen, zumal die Führungsmannschaft von Quelle noch immer als zu zahlreich gilt.

Obwohl der Konzern offenbar an seinem Versandhandelsgeschäft festhalten will, spekulieren einige Marktbeobachter auf einen Verkauf der verlustbringenden Sparte. KarstadtQuelle habe zwar die Versandhäuser erneut dem Kerngeschäft zugerechnet, jedoch zugleich betont, bei einer Umstrukturierung sehr flexibel vorgehen zu wollen, sagte ein Aktienhändler in Frankfurt. Das würde auch eine Veräußerung nicht ausschließen.

Die Aktie kann heute von den Spekulationen profitieren: Sie legt bis 14 Uhr um 0,9 Prozent auf 11,44 Euro zu.

 

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