ROCKET INTERNET
- Sebastian Schinhammer - Redakteur

Kapitalspritze: Schafft Rocket Internet die Trendwende?

Neuer Schwung für die Rocket-Internet-Aktie: Die Berliner Unternehmensfabrik ist mit 50 Millionen Dollar an dem "Rocket Internet Capital Partners Fund" beteiligt. Dieser konnte insgesamt 420 Millionen Dollar an Wachstumskapital in einem ersten "Closing" einsammeln und ist damit einer der größten in Europa. Investoren waren Versicherungen, Stiftungen und Pensionsfonds.

Für weitere Wachstumsspritzen in die gut 50 Start-ups der Berliner ist also gesorgt. Der Fond hat explizit das Ziel, in Rocket-Internet-Beteiligungen zu investieren. Die Gründe für einen Fonds sind einfach auszurechnen: Der Kapitalbeschaffungsprozess für Portfoliounternehmen wird wesentlich vereinfacht. Für die Aktionäre hat das ebenfalls Vorteile. Denn Anteile werden weder verwässert noch gehen sie ein zusätzliches Risiko. Zudem wird ausgeschlossen, dass sich der auf neun Jahre ausgelegte Fonds an Gründungsfinanzierungen beteiligt.

Vertrauen aufbauen

Die Aktie hatte sich in den vergangenen Wochen sehr negativ entwickelt. Innerhalb eines Monats sackte sie von 27 Euro auf gut 18,50 Euro ab. Der aufgelegte Fonds soll die Aktionäre beruhigen, die Rocket Internet seit dem verschobenen IPO von HelloFresh immer mehr das Vertrauen entzogen haben. Oliver Samwer sagte zu einem möglichen HelloFresh Börsengang: "Am Ende gehen sie mit einem Schiff raus, wenn der Wind gut ist". Weiter führte er aus, dass die Verluste der wichtigsten Beteiligungen 2015 den Höchststand erreicht hätten und nun absinken würden. Gewinn prognostiziert Samwer auch: Im vierten Quartal 2017 sollen drei der zwölf Beteiligungen dauerhaft profitabel sein.

Nicht vorschnell investieren

Der Fonds ist eine gute Nachricht für alle Rocket-Internet-Aktionäre, liefert er doch weitere Munition für die aggressive Expansionsstrategie der Start-Up-Fabrik. Ob das für eine Trendwende für den Aktienkurs reicht? DER AKTIONÄR bleibt skeptisch. Neueinsteiger sollten nichts übereilen. Bereits investierte Anleger können dabeibleiben.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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