Banca Monte dei Paschi
- Nikolas Kessler - Redakteur

Kapitalerhöhung gescheitert: Monte dei Paschi braucht Staatshilfe

Die Bemühungen der Traditionsbank Monte dei Paschi die Siena, sich durch eine Kapitalerhöhung selbst aus der Krise zu retten, sind gescheitert. In der Nacht auf Freitag hat die italienische Regierung nun ein Notfall-Dekret zur Rettung des Traditionshauses beschlossen.

Gemäß einem im Sommer vereinbarten Sanierungsplan braucht Monte dei Paschi bis zum Jahresende fünf Milliarden Euro, um Verluste bei der Auslagerung fauler Kredite ausgleichen zu können. Alle Versuche, frisches Kapital bei privaten und institutionellen Anlegern einzusammeln, sind nun aber endgültig gescheitert.

Als Hauptursache dafür gilt die Unsicherheit im Land, die nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum und dem Rücktritt von Regierungschef Matteo Renzi weiter gestiegen ist. Doch auch die Tatsache, dass vorherige Kapitalmaßnahmen keine Besserung gebracht haben und immer neue Löcher in der Bilanz aufgetaucht sind, hat das Vertrauen der Anleger schwer belastet.

De facto verstaatlicht

Nun liegt es abermals am Staat, das krisengeplagte Institut zu stützen und ein Übergreifen auf den gesamten Sektor zu verhindern. Noch in der Nacht hat die Regierung einen 20 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds zur Stützung der Banken angekündigt.

Als erstes wird Monte dei Paschi darauf zurückgreifen – das Institut hat bereits eine vorsorgliche Rekapitalisierung beantragt. Die drittgrößte Bank Italiens solle dadurch wieder vollständig die Kraft erlangen, um operieren zu können, erklärte der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan. Faktisch bedeutet die Rettung die Verstaatlichung des Geldhauses.

Damit Staatshilfen fließen können, müssen laut Bail-in-Regeln der EU allerdings zunächst die Gläubiger der Bank zur Kasse gebeten werden. Im Falle von Monte dei Paschi ist das Besonders heikel, da von der Regelung betroffene Nachranganleihen auch in großer Zahl an Kleinsparer verkauft wurden.

Bank-Aktien meiden!

Selbst der Verwaltungsrat der Krisenbank bezeichnet die Situation als „heikel“ – eine Einschätzung, die DER AKTIONÄR uneingeschränkt teil. Da selbst ein Bank-Run mittlerweile nicht mehr gänzlich ausgeschlossen werden kann, sollten Anleger die Aktien italienischer Banken meiden.

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