Douglas
- Jochen Kauper - Redakteur

Kampf um Douglas: Aktie hebt ab

Die Parfümerie-Kette Douglas steht vor einem Verkauf an den Finanzinvestor Advent International. Die Großaktionäre Müller und Oetker haben sich einem Medienbericht zufolge geeinigt und wollen ihre Aktien verkaufen. Das Douglas-Papier springt nach oben.

Zwischen 38 und 40 Euro will der Finanzinvestor Advent International je Douglas-Aktie bezahlen. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) in ihrer aktuellen Ausgabe. Das wäre ein Aufschlag von bis zu 17,6 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Douglas-Aktie am Montag.

Plan geht auf

Laut Informationen der FTD haben sich die Großaktionäre, der Drogeriemagnat Erwin Müller und die Oetker-Gruppe geeinigt, ihre Anteile abzugeben. Letzten Meldungen zu Folge hielt Müller 10,8 Prozent der Douglas-Aktien. Weiter hat er via Optionen Zugriff auf zusätzliche 15 Prozent. Der Oetker-Gruppe sind 25,8 Prozent der Anteilsscheine zuzurechnen. Zusammen hätte der Finanzinvestor damit Zugriff auf rund 51,6 Prozent an Douglas. Der Kaufpreis von zwischen 38 und 40 Euro würde Douglas mit rund 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro bewerten.

Ziel erreicht

Gleichzeitig wäre damit auch das Ziel der Douglas-Gründerfamilie Kreke erreicht. Zu Beginn des Jahres hatte diese angekündigt, mit Unterstützung eines Investors die Anteile von Müller und Oetker aufkaufen zu wollen. Konzernchef Henning Kreke sowie Aufsichtsratschef, Vater Jörn Kreke, hatten ursprünglich geplant, den Konzern von der Börse zu nehmen und zu zerschlagen. Ihrer Meinung nach war die Firma an der Börse unterbewertet.

Erfahrung

Advent International dagegen ist kein Unbekannter. Der Investor hat in der Branche bereits gute Erfahrungen gemacht. So gehörte der Textildiscounter Takko zum Portfolio. Weiterhin brachte man den Schreibwarenhersteller Herlitz wieder auf Kurs.

Schleppende Geschäftsentwicklung

Zum Douglas-Konzern gehört neben den Parfümerien noch die Süsswarenkette Hussel sowie die Juweliergeschäfte Christ und die Modehäuser Appelrath-Cüpper. Problemkind ist die Buchhandelskette Thalia. Dem Handelskonzern droht wegen hoher Kosten für die Sanierung seiner Buchhandelskette in diesem Jahr ein Verlust. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 hatte Douglas einen Fehlbetrag von 9,8 Millionen Euro nach einem Gewinn von 3,4 Millionen Euro vor Jahresfrist verbucht. Douglas-Konzernchef Kreke hat die Aktionäre zuletzt bereits darauf vorbereitet, dass aufgrund der schwachen Geschäftsentwicklung die Dividende in diesem Jahr ausfallen wird.

Abwarten

Entsprechende Gerüchte gab es laut Händlern am Frankfurter Parkett bereits vor wenigen Tagen. Dabei wurde allerdings noch ein Kaufpreis zwischen 36 bis 37 Euro je Douglas-Aktie genannt. Investierte Anleger bleiben dabei.

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