K+S
- Thorsten Küfner - Redakteur

K+S: JPMorgan, Goldman und Baader Bank raten zum Ausstieg

Die Anteilseigner von K+S haben wahrlich turbulente Handelstage hinter sich. Nachdem kürzlich Hoffnungen aufgekommen sind, es könnte zu einer Wiederauflebung des Kali-Kartells von Uralkali und Belaruskali kommen, welches den Kalipreis wieder in die Höhe treiben könnte, folgten nun die Zahlen des MDAX-Konzerns.

Diese fielen nicht gerade berauschend aus. Beim Ausblick zeigte sich der Vorstand zwar relativ zuversichtlich, räumte aber auch direkt ein, dass es wegen der Abhängigkeit von der Wasserständen der Werra zu „erheblichen Abweichungen“ von den eigenen Prognosen kommen könne.

Im weiteren Tagesverlauf drehte der Aktienkurs am Donnerstag dann zwischenzeitlich deutlich ins Plus. Die "Actien-Börse" hatte gemutmaßt, dass K+S erneut zu einem Übernahmeziel werden könnte. Die Übernahmefantasie hielt allerdings nicht allzu lange an.

Dreimal Daumen runter
Am Freitag ging es mit dem Kurs erneut deutlich nach unten. Nachdem die ersten Analystenstimmen zu den Zahlen und dem Ausblick noch relativ positiv ausgefallen sind, zeigten sich sowohl Goldman Sachs als auch JPMorgan und die Baader Bank skeptisch.

So monierte Goldman-Experte Stephen Benson, dass der Düngemittel- und Salzhersteller seine Erwartungen vor allem wegen höherer Kosten verfehlt habe. Er stuft den Titel unverändert mit „Sell“ ein und sieht das Kursziel bei 21,00 Euro. Für JPMorgan-Analyst Martin Evans ist indes die gestiegene Verschuldung ein Problem. Er sieht den fairen Wert von K+S nur bei 18,00 Euro und stuft die Papiere dementsprechend mit „Underweight“ ein.

Baader-Analyst Markus Mayer hat zudem die Aktie von „Hold“ auf „Sell“ zurückgestuft und das Kursziel von 21,00 auf 20,00 Euro verringert. Auch er blickt mit Sorge auf die Verschuldung und betont, dass die „Kursrisiken die möglichen positiven Kurstreiber überwiegen“.

Aktie bleibt eine Art Black Box
K+S bleibt zweifellos eine der spannendsten und damit auch riskantesten deutschen Aktien. Es ist schwer zu prognostizieren, inwieweit 2017 die Wasserstände der Werra die Produktion gefährden, wie rund das Hochfahren der Förderung im enorm wichtigen Legacy-Projekt läuft und wie sich die Kalipreise entwickeln (und ob es tatsächlich zu einer Wiederauflebung des Kalikartells kommt). Daher sollten nach wie vor ausnahmslos mutige Anleger bei K+S mitspekulieren (Stopp: 19,00 Euro).

 


 

Der große Gebert

Autor: Gebert, Thomas
ISBN: 9783864702549
Seiten: 336
Erscheinungsdatum: 27.02.2015
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden/Schutzumschlag
auch als eBook verfügbar

Weitere Informationen zum Buch und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier.

Der nach ihm benannte Börsenindikator ist mittlerweile mehrfach ausgezeichnet, Merrill Lynch hat dazu sogar ein Zertifikat aufgelegt. Nun hat Börsen-Altmeister Thomas Gebert drei seiner Klassiker vollständig überarbeitet und zu einem Buch zusammengeführt.

„Der intelligente Investor“, „Börsenindikatoren“ und „Börsenzyklen“ sind Klassiker der Börsenliteratur. Ihr Autor ist der seit vielen Jahrzehnten an der Börse außerordentlich erfolgreiche Physiker Thomas Gebert, dessen „Gebert Börsenindikator“ seit Jahren die Fachwelt durch seine Einfachheit und durch seine Outperformance beeindruckt. Nun hat Thomas Gebert seine drei Bestseller komplett überarbeitet, an die heutige Situation angepasst und mit aktuellen Beispielen versehen.

„Der große Gebert“ ist geballtes Börsenwissen, das dem Leser eine Anleitung gibt, wie er sachlich, unaufgeregt und überaus erfolgreich an den Märkten agieren kann.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Selbst der Schnee hilft kaum noch …

In den letzten Jahren war es stets dasselbe Bild: Fiel in Europa und Nordamerika Schnee, so zog auch die Aktie des Düngemittel- und Salzkonzerns K+S an. Schließlich bescheren die Schneefälle dem Kasselaner Konzern satte Einnahmen. Doch in diesem Jahr kann die gebeutelte Aktie selbst davon nicht … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Es ist aus

Es ist zweifellos ein sehr trauriger Tag für die Mitarbeiter von K+S im Bergwerk Sigmundshall in Wunstorf-Bokeloh: Das im MDAX notierte Unternehmen hat entschieden, die Produktion dort bis Ende kommenden Jahres zu beenden, weil der wirtschaftlich rentable Abbau dort immer schwieriger werde. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Durchbruch bei K+S

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat sich nach einem jahrelangen Streit mit dem Naturschutzverein BUND endlich geeinigt. Demnach plant der Konzern, weniger Salzabfälle in der Werra zu versenken. Der BUND zieht im Gegenzug die laufende Klage gegen die aktuelle Versenkerlaubnis für K+S zurück. mehr