K+S
- Thorsten Küfner - Redakteur

K+S: Die Produktion wird ausgesetzt!

K+S drosselt mangels Möglichkeiten zur Salzabwasserentsorgung die Kaliproduktion. An den Standorten Hattorf und Unterbreizbach muss die Produktion vom kommenden Dienstag vorübergehend ausgesetzt werden. Die rund 1.750 betroffenen Mitarbeiter sollen nun zunächst ihre Arbeitszeitkonten sowie Resturlaub abbauen.

Grund für die Entscheidung sei die fortdauernde Prüfung durch das Regierungspräsidium Kassel, ob eine Genehmigung zur Entsorgung von Salzabwasser verlängert wird. Damit stehe vom 1. Dezember 2015 an die Werra als einziger Entsorgungsweg für die Salzabwässer des Werkes Werra zur Verfügung. Bisher kann dafür auch die Versenkung im Erdboden genutzt werden. Wegen der aktuellen Wasserführung des Flusses seien die Möglichkeiten zur Salzabwasserentsorgung nur eingeschränkt möglich. Die Vollauslastung aller Standorte des Werkes sei somit nicht möglich.

Prognose bleibt „unberührt“
Das Unternehmen setzt weiter auf eine Übergangslösung. Am Dienstag hatte Regierungspräsident Walter Lübcke gesagt: "Derzeit prüfen wir, in welchem Rahmen eine streng befristete Übergangserlaubnis mit deutlich verringerten Versenkmengen möglich wäre." K+S rechnet nach eigenen Angaben derzeit nur in Einzelfällen mit Auswirkungen auf die Belieferung der Kunden . Auch der angepeilte operative Jahresgewinn der Gruppe dürfte "unberührt bleiben".

Aktie zeigt sich sehr robust
Die Tatsache, dass die Produktion vorübergehend ausgesetzt werden muss, ist natürlich ganz klar negativ zu werten. Die Tatsache, dass es mit dem Aktienkurs von K+S trotzdem und auch angesichts einer durchaus ansehnlichen Rallye an den vorangegangenen Tagen nur zu einem relativ geringen Kursrücksetzer kam, ist hingegen positiv zu werten. Zudem beurteilen die Marktteilnehmer derzeit die K+S-Aktie offenbar grundsätzlich etwas positiver. Dies zeigte sich schon zuvor als ein vergleichsweise geringer Insiderkauf oder auch ein Gerücht reichten, um dem DAX-Titel erheblichen Rückenwind zu verleihen.

Stopp nachziehen!
DER AKTIONÄR rät mutigen Anlegern weiterhin zum Kauf der Aktie. Zwar erscheint eine Übernahme nach wie vor eher weniger wahrscheinlich, aber die aktuell sehr günstige Bewertung und die Fantasie durch die Legacy-Mine sollten den Kurs in den kommenden Monaten beflügeln. Der Stopp sollte auf 21,50 Euro nachgezogen werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Margin Call -
    Das zeichnete sich übrigens schon vor dem Kursanstieg der letzten Tage ab und war auch schon in den Medien. Man fragt sich auch: Wenn ein Produktionsstop, der 1750 Mitarbeiter (ca. 12,5% der Gesamtbelegschaft) betrifft, keine Auswirkungen auf das Ergebnis haben soll, was sagt das über die Effizienz des Unternehmens aus? Oder betrifft das dann Fördermengen, die in das Ergebnis 2016 eingehen?

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Was ist die Aktie wirklich wert?

An der Aktie von K+S scheiden sich bereits seit Jahren die Geister. Für einen Teil der Anleger sind die Anteile von „Deutschlands einzigem Bergbaukonzern“ angesichts einer stetig steigenden Weltbevölkerung und der damit verbundenen größeren Bedeutung von Düngemittel ein mehr als klarer Kauf. mehr
| Thorsten Küfner | 1 Kommentar

K+S: „Aktie ist das Doppelte wert“

In einem eher unspektakulären Wochenauftakt sorgt die Aktie von K+S für Aufsehen. Die Anteilscheine des Düngemittel- und Salzherstellers verteuern sich um fast fünf Prozent und führen damit die Gewinnerliste im MDAX an. Rückenwind erhalten die Papiere vor allem durch ein Interview des neuen … mehr