DOLBY LABORATOR.A
- DER AKTIONÄR

Jung, stereophil, sucht...

Wer mit dem Namen Dolby nicht nur perfekten Raumklang (Surround Sound), sondern auch Rauschunterdrückung bei Kompaktkassetten (Tapes) in Verbindung bringt, ist vermutlich über 30 – und mag Depeche Mode. Das mit den Musikvorlieben ist natürlich nur so eine Vermutung. Das mit dem Alter weniger, denn welcher 20-Jährige kennt schon noch Kassetten.

Frustriert, weil Fernsehwerbung immer so laut ist? Dolby hat das Patentrezept. Und die Aktie Potenzial.

Wer mit dem Namen Dolby nicht nur perfekten Raumklang (Surround Sound), sondern auch Rauschunterdrückung bei Kompaktkassetten (Tapes) in Verbindung bringt, ist vermutlich über 30 – und mag Depeche Mode. Das mit den Musikvorlieben ist natürlich nur so eine Vermutung. Das mit dem Alter weniger, denn welcher 20-Jährige kennt schon noch Kassetten. Der Erfinder des perfekten Klangs, das US-Unternehmen Dolby Laboratories, ist mit seinen 41 Jahren zwar ebenfalls nicht mehr taufrisch, zeigt aber trotzdem immer wieder, was es noch auf dem Kasten hat.

Schluss mit laut, leise, laut

Gerade erst auf der International Consumer Electronics Show (ICES) in Las Vegas hat Dolby eine Technologie präsentiert, die lästige Lautstärkeschwankungen im Fernsehen unterbinden soll. Was sich im ersten Augenblick wenig spektakulär anhört, könnte Dolby Millionen einbringen. Denn welcher Zuschauer hat sich noch nicht erschrocken, wenn beim Wechsel vom Fernsehprogramm in die Werbung die Lautstärke plötzlich in die Höhe schnellt? Zwar gibt es beispielsweise in den Vereinigten Staaten ein Gesetz, dass die maximale Lautstärke bei einem solchen Wechsel beschränkt. Aber längst haben Sendeanstalten und Tontechniker Kniffe entwickelt, mit denen sich diese Vorschriften elegant umgehen lassen. Daneben gilt in der Branche die Maxime: Wo kein Kläger, da kein Richter, sprich, man lässt es darauf ankommen.

Mit der neuen Technologie hat Dolby einen günstigen Zeitpunkt erwischt, denn der Trend im Wohnzimmer zeigt eindeutig in Richtung Heimkino. Die gute alte Röhre im 70er-Format auf Omas Anrichte ist längst dem Flachbildschirm mit 1-Meter-Diagonale an der Wand gewichen. Und wenn man schon einmal beim Geldausgeben ist, warum dann nicht gleich in eine Surround-Anlage mit Subwoofer investieren? In einem solchen klanglichen Umfeld fallen Lautstärkeschwankungen natürlich stärker auf.

Konkurrenz zollt Lob – und will kooperieren

Dolbys scheint ganze Arbeit bei der Entwicklung geleistet zu haben, denn selbst Konkurrenten wie der Chiphersteller Cirrus Logic hat sich Medienberichten zufolge begeistert gezeigt – und will mit Dolby kooperieren. Da die Technologie auf einem Chip Platz findet, kann sie ohne viel Aufwand in bestehende Fernsehplatinen eingebaut werden. Externe Zusatzgeräte sind nicht nötig. Mit der kompakten Bauform verschafft sich Dolby zudem einen Preisvorteil.

(Klang-)Qualität fürs Depot

Dolby hat erst vor wenigen Monaten den Weg an die Börse gefunden und die Aktie hat sich seither gut entwickelt. Der Titel ist nicht mehr ganz billig, aber wenn die neue Technologie erfolgreich ist und Dolby den Zeitplan für die Markteinführung (Ende 2007) einhält, dann dürften weitere Kurssteigerungen möglich sein.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 05/2007.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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