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Jetzt doch?

Am Markt kursieren wieder einmal Gerüchte, der deutsche Generikahersteller Stada könne in Kürze übernommen werden. Potenzieller Käufer soll erneut ein Unternehmen aus Indien sein.

Am Markt kursieren wieder einmal Gerüchte, der deutsche Generikahersteller Stada könne in Kürze übernommen werden. Potenzieller Käufer soll erneut ein Unternehmen aus Indien sein.

Von Thomas Bergmann

Im globalen Generikamarkt herrscht seit längerem ein Kampf um die Spitzenplätze. Im Juni dieses Jahres eroberte die Novartis-Tochter Sandoz durch die Übernahme des deutschen Generikahersteller Hexal den Platz an der Sonne. Doch die Freude währte nur kurz. Einen Monat später holte sich der israelische Konkurrent Teva mit dem Kauf der US-Gesellschaft Ivax für 7,5 Milliarden Dollar die Pole zurück. Auch die Stada Arzneimittel AG, einer der größten unabhängigen deutschen Generikahersteller, war in der Vergangenheit immer wieder Objekt von Übernahmespekulationen.

Starkes Interesse aus Indien

Im August kursierten in der indischen Presse Gerüchte, der Pharmakonzern Ranbaxy Laboratories stehe kurz vor einer Übernahme eines deutschen Arzneimittelherstellers. Nachdem sich diese Spekulationen aber sehr schnell wieder zerschlagen hatten, soll nun abermals eine Gesellschaft aus Indien den deutschen Generikamarkt ins Visier genommen haben. Wie die indische Zeitung Economic Times in der vergangenen Woche unter Berufung auf Branchenkreise verlauten ließ, würde der indische Generikaspezialist Wockhardt in Kürze Stada, den kroatischen Konkurrenten Pliva oder die in Dresden ansässige Pliva-Tochter AWD Pharma übernehmen. Analysten verweisen eine Übernahme Stadas durch Wockhardt aufgrund des Größenunterschieds - Stada ist fünf Mal so groß wie Wockhardt - abermals ins Reich der Fabel. Doch sei dies ein deutliches Indiz dafür, dass die Konsolidierungswelle in der Generikabranche noch lange nicht ihren Höhenpunkt erreicht hat. Und Stada, als einer der größten Player auf dem zweitwichtigsten Generikamarkt der Welt, ist mit einem Streubesitz von 100 Prozent geradezu prädestiniert für eine Übernahme. Zudem sehen die Aktienexperten die Deutschen im Vergleich zur Konkurrenz um 15 bis 20 Prozent unterbewertet.

Süße Pille fürs Depot

Auch wenn sich die jüngsten Spekulationen als Zeitungsente erweisen, so wird der Konzern über kurz oder lang geschluckt werden. Und in diesem Fall dürfte der Kaufpreis deutlich über dem aktuellen Kurs liegen. Die Börse bewertet Stada derzeit mit dem 2-fachen Umsatz für 2004. Im Vergleich dazu hatte Novartis beispielsweise eine Umsatzmultiple von 3 für Hexal bezahlt. Angesichts der latenten Übernahmefantasie und der nach wie vor günstigen Bewertung sollten sich Anleger ein paar Stücke von Stada ins Depot legen.

Artikel aus DER AKTIONÄR 40/05

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