Tesla
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Jetzt auch noch die Deutsche Bank. Apple ärgert Tesla!

Nächste Woche wird es spannend: Tesla verrät die Auslieferungszahlen für das erste Quartal. Und die Erwartungen werden immer geringer. Jetzt hat auch noch die Deutsche Bank ihre Tesla-Ziele nach unten revidiert. Die Experten schätzen jetzt, dass 52.400 Model 3 ausgeliefert wurden – zuvor wurden Elon Musk noch 5.000 Autos mehr zugetraut. Grund seien „schwächer als erwartete US-Verkaufszahlen und Logistik-Probleme in Europa.“ Immerhin: Die Deutsche Bank hält an ihrem 2019er-Ziel von 292.000 Model 3 fest. Das Kursziel wurde jedoch von 345 auf 295 Dollar gesenkt. Die Begründung: Zwar werde ein schwaches Q1 ohnehin erwartet, doch Investoren könnten auch nach der Vorlage noch vorsichtig bleiben und Details zur Marge abwarten.

Baird sieht es ein wenig anders. Die Analysten tippen auf einen Rückgang auf 50.000. Doch der Tipp der Analysten: „Schwache Verkaufszahlen sind im Aktienkurs eingepreist.“ Wenn die Zahlen endlich veröffentlicht und im Markt seien, sei dies eine Art „de-Risking event“, da sich ab dann wieder der Blick in die Zukunft richtet. Die Hoffnung von Baird: Elon Musk könnte einen positiven Blick auf die Vorbestellungen geben – etwa das Interesse am neu vorgestellten Model Y.

RBC Capital glaubt zwar an einen Absatz von 53.200 Model 3 im ersten Quartal. Doch die Rohmarge für das Model 3 sieht RBC nach den Preissenkungen nur noch bei 17 nach zuvor 19,5 Prozent.

Apple setzt auf das Elektroauto?

Eine weitere News macht am Wochenende Schlagzeilen. Vor einigen Wochen hatte Tesla Michael Schwekutsch verloren. Jetzt ist klar, wo ein führender Kopf des Elektroauto-Antriebes bei Tesla gelandet ist: Bei Apple! Hier soll er offenbar das todgesagte Titan-Projekt wiederbeleben. Seine Verpflichtung passt nicht ins Bild, dass Apple sich nur auf Selbstfahr-Software nicht aber auch die Entwicklung eigener Hardware bzw. Autos konzentriert. Schwekutsch war seit 2015 bei Tesla und zuvor involviert in die Entwicklung des BMW i8 oder Volvo XC90.

Es ist nicht der erste Manager, der von Tesla zu Apple geht. 2015 hatte Elon Musk noch gespottet: „(Apple) hat Leute engagiert, die wir gefeuert hatten. Wir sagen scherzhaft ,Apple ist der „Tesla-Friedhof“.“ Doch diese Aussage passt nicht mehr zum Weggang von zuletzt hochkarätigen Mitarbeitern. Die oft überraschenden Strategie-Wechsel von Elon Musk oder das Hin- und Her bei der Preispolitik verunsichern offenbar nicht nur Kunden – sondern auch einige Mitarbeiter.

Warten auf Kaufsignal

DER AKTIONÄR rät weiterhin, auf Stärke in der Tesla-Aktie zu warten. Wichtig ist das Überwinden des Widerstandes bei 320 Dollar. Risiko ist eine nachlassende Nachfrage nach den alten Modellen X und S sowie eine etwaig sinkende Marge des Model 3. Chance ist hingegen das neue Model Y – geht der Plan von Musk auf, dass dieses effizienter produziert wird und sich noch stärker als das Model 3 verkauft, dann sind neue, positive Impulse für die enorm hoch bewertete Aktie möglich.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikationangesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Tesla.

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