- Alfred Maydorn - Redakteur

Jetzt „aggressiv Aktien kaufen“ – 87-Prozent-Chance für Jahresendrallye

Ein Kommentar von Alfred Maydorn: Eigentlich mag ich es ja lieber, wenn die Mehrheit der Experten sich skeptisch oder gar negativ zum Aktienmarkt äußert – Sie wissen ja, schlechte Stimmung ist als Kontraindikator der beste Nährboden für steigende Kurse. Aber jetzt hat sich ein Experte zu Wort gemeldet, der nicht nur zum Kauf von Aktien rät, sondern dabei sogar noch den Zusatz „aggressiv“ verwendet. Und zwar handelt es sich um Tom Lee. Er war sieben Jahre der Chef-Stratege bei JPMorgan Chase bevor er 2014 seine eigene Researchfirma Fundstrat gründete. 

Es sei der besseren Einordnung von Tom Lees Aussagen noch erwähnt, dass er an der Wall Street  als sogenannter „Perma-Bulle“ bekannt ist, also als Daueroptimist. Aber auch Lee hatte gerade erst vor Kurzem vorsichtige Töne angeschlagen und vor einem Rücksetzer im August gewarnt. Der kam zwar jetzt erst Anfang September, aber jetzt ist es dann auch gut mit fallenden Kursen meint Lee. Und er hat eine wirklich überzeugende Begründung für seinen Optimismus, nämlich die Statistik – und die lügt bekanntlich nie. Und gerade an der Börse gibt es bestimmte Muster, die sich gern und oft wiederholen. 

87 Prozent-Chance für Jahresendrally

Es ist bekannt, dass die letzten Monate des Jahres, vor allem November und Dezember, zu den besten des Jahres gehören, aber unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Jahresendrallye auch durchaus schon im September starten, hat Lee herausgefunden – und zwar beginnt sie genau jetzt!

Lee hat sich die historische Entwicklung zwischen vom 15. September und dem Jahresende seit 1940 angesehen und festgestellt, dass es in 87 Prozent aller Fälle in diesem Zeitraum zu einem Kursanstieg kommt, wenn der Aktienmarkt im vorangegangenen Jahresverlauf um fünf oder mehr Prozent gestiegen ist. Diese Voraussetzung ist erfüllt, bis zu 15. September hat der S&P 500 um exakt 5,04 Prozent zugelegt. Wenn der Aktienmarkt in diesem Zeitraum eine negative Performance aufweist, dann gibt es in der Regel keine Rallye am Aktienmarkt, erläutert Lee in seinen Ausführungen. 

Kaufchance aggressiv nutzen

Für Lee stellt der 3-pozentige Rückgang beim S&P 500 in den vergangenen Tagen eine geradezu ideale Kaufgelegenheit da, die es „aggressiv“ zu nutzen gilt. Er prognostiziert bis zum Jahresende einen Anstieg des Index um 6 bis 8 Prozent und damit klar auf ein neues Rekordhoch. Lee zitiert sogar Newtons Gesetzte, um seine Prognose zu untermauern. Für ihn sind die Faktoren, die den Markt bisher nach oben bewegt haben, noch immer in Kraft: Die starke US-Konjunktur, die unterinvestierten Anleger und eben das (negative) Sentiment , das als Kontraindikator gilt. 

Bemerkenswertes Börsenjahr

Ich kann mich der Aussage und vor allem auch der Argumentation von Tom Lee zu 100 Prozent anschließen. Und ich setzte noch eins drauf: Denn der 5-prozentige Anstieg des S&P 500 ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, wie viele Sorgen und Ängste – vor allem hinsichtlich möglicher Zinserhöhungen – den Markt das gesamte Jahr begleitet haben. Und dann war da ja auch noch der Brexit, auch wenn der die USA nur mittelbar trifft. Es würde vermutlich schon ausreichen, wenn die „Perma-Zins-Sorgen etwas in den Hintergrund rücken, um eine kräftige Rallye auszulösen. Der Startschuss hierfür könnte noch in dieser Woche erfolgen. Zur Erinnerung: Am 21. September, also am Mittwoch,  gibt es die Zinsentscheidung der US-Notenbank. 

Dieser Kommentar von Alfred Maydorn ist aus der aktuellen Ausgabe des kostenlosen Newsletters „Maydorns Meinung“, der Montag bis Donnerstag erscheint. Sie können Maydorns Meinung einfach über diesem Link bestellen. Dann erhalten Sie zusätzlich und ebenfalls kostenlos die maydornreport-Sonderstudie „Die Spekulation des Jahres: 280 Prozent Gewinn mit der Aktie der Zukunft“.

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