- DER AKTIONÄR

Jeden Cent wert

Telefónica übernimmt O2 für 26 Milliarden Euro – dadurch wird der spanische Telekomkonzern noch stärker.

Nach monatelanger Prüfung hat die EU-Kommission den Kauf von O2 durch Telefónica abgesegnet. 26 Milliarden Euro lässt sich der spanische Telekomkonzern den britischen Mobilfunker kosten. Klingt viel, ist für Telefónica aber ein gutes Geschäft. Denn durch den Coup erhalten die Spanier endlich Zugriff auf den wichtigen deutschen und britischen Markt – und steigen zum zweitgrößten Mobilfunkanbieter in Europa auf.

O2 can do

O2 gilt als neues Wachstumswunder unter den Telkos. Gemessen an der Kundenzahl ist das Unternehmen die Nummer drei in Großbritannien (rund 15 Millionen Kunden) und die Nummer vier in Deutschland (knapp neun Millionen Kunden). O2 setzte als einer der ersten Anbieter auf Flatrates, bei denen man für einen Fixpreis unbegrenzt telefonieren kann, und landete damit einen echten Verkaufsschlager. So akquirierte der Konzern hierzulande allein im dritten Quartal 2005 über eine halbe Million neuer Kunden und damit deutlich mehr als die großen Konkurrenten T-Mobile und Vodafone.

Es läuft

Auch bei Telefónica gab es zuletzt Grund zum Feiern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr übertraf der Konzern mit einer Umsatzsteigerung von mehr als 15 Prozent seine eigenen Erwartungen. Bislang hatte Telefónica nämlich nur mit einem Wachstum von maximal 15 Prozent gerechnet. Bis 2008 wollen die Spanier die Erlöse jährlich um sieben bis elf Prozent steigern. Um dies zu schaffen, setzt Telefónica-Chef César Alierta vor allem auf das zukunftsträchtige Geschäft mit Breitbandanschlüssen. In den kommenden fünf Jahre wollen die Spanier mehr als zehn Milliarden Euro in den DSL-Bereich investieren. Derzeit zählt Telefónica 6,4 Millionen Breitband-Kunden. In diesem Jahr soll die Zahl auf neun Millionen steigen. Am Ende des Jahrzehnts will Telefónica mehr als 20 Millionen DSL-Kunden zählen.

Fazit

Telefónica wird durch die Übernahme von O2 noch stärker. Die Aktie der Spanier ist mit einem 2006er-KGV von 12 und einer Dividendenrendite von aktuell 4,4 Prozent günstig zu haben, das Risiko ist relativ gering. Anleger sollten sich ein paar Stücke ins Depot holen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV