mmo2
- DER AKTIONÄR

Jede Menge Action

An der Telekombranche kommt derzeit kein Anleger vorbei - Der Aktionär sagt, welche Papiere man im Depot haben sollte.

An der Telekombranche kommt derzeit kein Anleger vorbei - Der Aktionär sagt, welche Papiere man im Depot haben sollte.

Von Andreas Deutsch

In der Telekombranche wird derzeit das allseits beliebte Spiel "Wer mit wem?" gespielt. Kein Tag vergeht, an dem nicht neue Fusions- oder Übernahmegerüchte die Runde machen. Zwar ist an vielen Meldungen nichts dran, eins steht allerdings fest: Die Konsolidierung der Telekombranche ist in vollem Gange. Doch wer sind die Profiteure dieser Entwicklung? Welche Aktien sollte man jetzt kaufen?

"O2 can do"

Um kein anderes Telekom-Unternehmen rankten sich in den vergangenen Monaten derart viele Übernahmegerüchte wie um den britischen Mobilfunker O2. Die Liste der angeblichen Käufer liest sich wie das "Who is who" der Telekom-Branche. Auch wenn bislang kein Unternehmen ernst gemacht und ein Übernahmeangebot für die Briten vorgelegt hat, sind sich die Experten einig: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis O2 geschluckt wird. Laut Presseberichten sollen unter anderem Telefónica, Telecom Italia Mobile, KPN und die Deutsche Telekom Interesse an O2 haben. Vor kurzem ist ein weiterer prominenter Name hinzu- gekommen: NTT Docomo. "Wir haben viel Geld, also ist der Kauf eines europäischen Netzbetreibers eine Option", sagte jüngst Takeshi Natsuno, der bei NTT Docomo für Multimediaangebote zuständig ist, der Times. Großbritannien sei besonders attraktiv, weil das Land als Testmarkt für Europa funktioniere. Kaum ein Unternehmen weist ein derart großes Kundenwachstum auf wie die Briten. Allein im Heimatmarkt gewann O2 im letzten Quartal 232.000 neue Kunden und durchbrach damit die Marke von 15 Millionen. Bis Ende des Jahres sollen noch einmal 400.000 hinzu kommen.

Weitere Kandidaten

Ebenfalls Übernahmekandidaten sind TDC und Eircom. Seit Monaten gehen Gerüchte um, denen zufolge es mehrere Interessenten für die dänische TDC gibt. Im Gespräch ist angeblich ein Kaufpreis von 10,8 Milliarden Euro, was rund 17 Prozent über dem aktuellem Börsenwert liegen würde. Vor kurzem machten Spekulationen die Runde, wonach Swisscom Eircom kaufen will. Die Gespräche liefen seit Wochen und hätten informellen Charakter, schreibt der "Irish Independent". Portugal Telecom wird ebenfalls Interesse an dem irischen Telekomkonzern nachgesagt. Auch um KPN gibt es Übernahmegerüchte. Angeblich will Telefónica das holländische Telekomunternehmen für 20 Milliarden Euro kaufen. Derzeit wird KPN an der Börse mit 18,4 Milliarden Euro bewertet. Mit der Übernahme von KPN würde den Spaniern ein entscheidender Expansionsschritt in Nordwest- und Zentraleuropa gelingen. Denn außer in ihrem Heimatmarkt sind die Holländer über ihre Tochter E-Plus im wichtigen deutschen Markt positioniert. Telefónica und KPN waren sich bereits vor 2002 näher gekommen. Die geplante Fusion platzte aber, weil Telefónica der Staatsanteil an KPN von 43 Prozent als zu hoch erschien. Mittlerweile hält der holländische Staat zwar nur noch 14 Prozent an KPN, besitzt aber noch eine Art Vetorecht bei möglichen Übernahmen. Keine Übernahmekandidaten, aber ebenfalls ein Investment wert, sind France Télécom und die Deutsche Telekom. Beide Titel sind dieses Jahr nicht gut gelaufen und haben Nachholpotenzial. France Télécom hat sich den Veränderungen des Telekommarkts hervorragend angepasst. Der Konzern setzt seit einiger Zeit auf die Kombination von Festnetz, Mobilfunk und Internet, da die Grenzen zwischen diesen Bereichen immer mehr verschwinden. Die Zeichen der Zeit hat man offenbar auch bei der Deutschen Telekom erkannt. Um konkurrenzfähiger zu sein, plant der Konzern laut Presseberichten eine Radikalkur für seine Festnetzsparte. In zwei Jahren will die Deutsche Telekom zudem UMTS-Dienste in den USA anbieten. Von der neuen Mobilfunkgeneration versprechen sich die Bonner einen deutlichen Umsatzzuwachs. Für einen Kauf der Aktien von France Télécom und Deutsche Telekom sprechen zudem die hohen Ausschüttungen der beiden Unternehmen: Aktuell kommen die Franzosen auf eine Dividendenrendite von 4,2 Prozent und die Deutschen auf 4,5 Prozent. Dies sichert den Kurs gut nach unten ab.

Top, die Wette gilt

... In der Telekom-Branche glühen die Drähte. Die größten Chancen auf kurzfristige Kursgewinne haben Anleger mit O2, TDC, Eircom und KPN. France Télécom und Deutsche Telekom eignen sich vor allem für langfristige Investoren. Wer nicht auf Einzelwerte setzen will, kann in das nebenan vorgestellte Zertifikat investieren.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

O2 spricht bald Spanisch

Das Buhlen um den britischen Mobilfunker O2 hat ein Ende. Sieger im Ringen um die Gunst der Braut ist die spanische Telefonica - und der Kurs der O2-Aktie. DER AKTIONÄR hat im Vorfeld bereits mehrfach auf das Szenario hingewiesen. mehr