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- DER AKTIONÄR

Japan vor dem Ausbruch

Plus/minus null - so lautet das Ergebnis von Japans Leitindex Nikkei von Jahresbeginn bis Redaktionsschluss. Notierte das Börsenbarometer am ersten Handelstag bei 16.400 Punkten, erreichte es Mitte Oktober die gleiche Punktzahl. Im Gegensatz dazu haben die Kursmesser anderer etablierter Weltbörsen im selben Zeitraum ordentlich zugelegt: der DAX etwa um 13 Prozent, der Dow Jones um zehn Prozent.

Ein Rückblick zeigt: An Japans Börsen sind immer gute Investments drin. Auch für den Einstieg stehen die Zeiten günstig.

Plus/minus null - so lautet das Ergebnis von Japans Leitindex Nikkei von Jahresbeginn bis Redaktionsschluss. Notierte das Börsenbarometer am ersten Handelstag bei 16.400 Punkten, erreichte es Mitte Oktober die gleiche Punktzahl. Im Gegensatz dazu haben die Kursmesser anderer etablierter Weltbörsen im selben Zeitraum ordentlich zugelegt: der DAX etwa um 13 Prozent, der Dow Jones um zehn Prozent. Doch vieles deutet darauf hin, dass an Japans Börsen die Zeiten der Zurückhaltung vorerst vorbei sind.

Neue Zahlen, neue Prognosen

Ab Mitte Oktober präsentieren die Unternehmen ihre Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr bis 30. September 2006 – und Marktbeobachter erwarten unter dem Strich sehr erfreuliche Ergebnisse. So zeigt Japans wichtigster Indikator für das Geschäftsklima, der vierteljährliche Tankan-Bericht der Bank of Japan, dass viele Unternehmen mit Rekordgewinnen rechnen und eine Erhöhung der Investitionen in Aussicht stellen. Zahlreiche Firmen und Analysten dürften daher ihre eher konservativen Gewinnschätzungen für das laufende Fiskaljahr anheben. Dazu kommt ein niedriger Wechselkurs des Japanischen Yen, der den Export beflügelt – und eine Binnennachfrage, die nach und nach an Kraft gewinnt.

Einen ersten Vorgeschmack auf die mögliche Entwicklung liefert der Spielehersteller Nintendo, der etwa die Videospiele-Konsolen „DS“ und „Wii“ produziert. Seit der Empfehlung im AKTIONÄR hat die Aktie rund 19 Prozent zugelegt (siehe Tabelle). Pünktlich zum Start der Berichtssaison hat der Konzern seine Jahresprognosen angehoben: den Umsatz um gut 15 Prozent auf 6,27 Milliarden Dollar, den Nettogewinn um rund 20 Prozent auf 847 Millionen Dollar. Auch Takeda Pharmaceutical hat seit der AKTIONÄRS-Empfehlung deutlich gewonnen. Der Konzern erweist sich mit einer breiten Produktpalette und vielversprechenden Pipeline als gut aufgestellt.

Auf die Alten ist Verlass

Die Papiere der beiden Altempfehlungen Canon und Toyota haben in den vergangenen drei Jahren ebenfalls ordentliche Zuwächse verzeichnet. Canon konnte dabei vor allem mit Digitalkameras punkten, Toyota mit erfreulichen Verkaufszahlen und der Hybridtechnologie. Erklärtes Ziel des Autobauers ist ein Wagen, der keinen Schadstoff produziert. Ein leichtes Minus verzeichnet dagegen Softbank. Das Unternehmen ist auf Beteiligungen an IT- und Telekom-Firmen spezialisiert und hat merklich unter dem „Livedoor-Skandal“ gelitten. Die japanische Staatsanwaltschaft wirft dem inhaftierten Gründer der Internetfirma Livedoor, Takafumi Horie, unter anderem Bilanzfälschung vor. Fundamental steht Softbank weiterhin gut da, weshalb DER AKTIONÄR seine vergangene Kaufempfehlung bestätigt.

Wer auf einen neuen Wert setzen möchte, ist mit Sharp gut dabei. Der Elektronikgigant forciert das Geschäft mit Bildschirmen aus Flüssigkristallen und will in diesem Segment wieder die Nummer 1 der Welt werden. Sharps neueste Entwicklung bei diesen LCDSchirmen ist ein Display, das gleichzeitig verschiedene Bilder aus drei Perspektiven anzeigt. Analysten rechnen im laufenden Geschäftsjahr mit einem Plus beim operativen Gewinn von zehn Prozent – das wäre der dritte Rekordgewinn in Folge. Auch für die kommenden zwei Geschäftsjahre prognostizieren die Fachleute Rekorde.

Große Auswahl

Japan ist immer für Investments gut, wie Canon, Toyota, Nintendo und Takeda Pharmaceutical zeigen. Mit diesen Schwergewichten und dem weiteren Blue-Chip Sharp können Anleger auf den Börsenanstieg setzen. Softbank bleibt als spekulative Beimischung interessant. Wer auf den Index wetten möchte, kauft das Nikkei 225 Mini Long Zertifikat ABN623 von ABN Amro (ISIN: NL0000625283).

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 43/2006.

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