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Japan im Sturzflug

Trotz guter Aussichten stehen Japans Aktien deutlich unter Abgabedruck. Für geduldige Anleger ein idealer Kaufzeitpunkt. Der japanische Aktienindex Nikkei hat in den letzten Wochen rasant an Wert verloren.

Trotz guter Aussichten stehen Japans Aktien deutlich unter Abgabedruck. Für geduldige Anleger ein idealer Kaufzeitpunkt.

Der japanische Aktienindex Nikkei hat in den letzten Wochen rasant an Wert verloren: Seit seinem charttechnischen Zwischenhoch bei 17.500 Punkten im April 2006 büßte er bis dato rund 20 Prozent ein. Was hat den Kurssturz ausgelöst? Droht damit ein Rückfall in alte Baissezeiten? Oder sollten Anleger jetzt in Japan-Aktien investieren? Der Auslöser Der maßgebende Auslöser für den Kursverfall an der japanischen Börse war die Angst der Anleger vor deutlich steigenden Zinsen. Die japanische Notenbank hat nämlich in einem Bericht vom 9. März 2006 angedeutet, dass sie aufgrund der guten Wachstumsaussichten bestrebt ist, die extrem expansive Geldpolitik der vergangenen Jahre sukzessive auf ein Normalmaß zurückzuführen. Damit wäre auch ein Ende der „Nullzinspolitik“ eingeleitet. Diese wurde in den 1990er-Jahren eingeführt, da Japan unter einer nachhaltigen Deflation litt. So lag das Preisniveau im vierten Quartal 2005 rund zehn Prozent unter dem Stand von 1996. Zum Vergleich: In den USA kletterte das Preisniveau im gleichen Zeitraum um 20 Prozent. Doch die Deflationsphase scheint sich nun ihrem Ende entgegen zu neigen. Denn zum ersten Mal seit 1998 lag im Januar 2006 der Konsumentenpreisindex mit einem Plus von 0,5 Prozent wieder deutlich über seinem Vorjahresniveau. Dabei verzeichneten sowohl die Verbraucher- wie auch die Erzeugerpreise einen signifikante Aufwärtstrend. Unterdessen dürfte die Angst vor einer nun drohenden massiven Zinsanhebung übertrieben sein. Volkswirtschaftler gehen in den nächsten zwei bis fünf Jahren von einem Zinssatz von ein bis zwei Prozent aus. Damit läge Japan immer noch deutlich unter dem Durchschnitt der übrigen Industrieländer.

Droht nun ein Rückfall?

Ein Rückfall der japanischen Wirtschaft, und damit auch des Aktienmarktes in Tokio, in alte Baissezeiten droht nach Ansicht des Aktionärs nicht. Denn zum einen gibt es keine übermäßigen Gefahren von Seiten der Zinsfront, zum anderen verzeichnet Japan ein gesundes Wirtschaftswachstum. Bereits 2004 und 2005 nahm die reale Wertschöpfung um 2,3 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent zu. Damit lag Japan im Mittelfeld der G7-Staaten. Und auch für das laufende Jahr rechnen Ökonomen mit einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von 2,2 Prozent.

Jetzt investieren

In Anbetracht der derzeit übertrieben schlechten Stimmung am japanischen Aktienmarkt sollten Anleger nicht auf schnelle Kursgewinne spekulieren. Vielmehr ist nun Geduld gefragt. Bei zahlreichen Aktien kann man nun in den nächsten Wochen an schwächeren Tagen einsteigen. So etwa bei Softbank, deren Papiere schon eine größere Konsolidierung hinter sich haben. Softbank gab erst vor wenigen Tagen eine Kooperation mit Vodafone bekannt, die die Entwicklung von Mobiltelefonen und Inhalten für Handys umfasst. „Wir werden schon bald globale Sportereignisse, Musik, Nachrichten und Filme auf Handys sehen und hören können“, so Softbank-Präsident Masayoshi Son. Für Softbank macht diese Kooperation Sinn, denn als drittgrößter Anbieter im japanischen Mobilfunkmarkt muss das Unternehmen neue Einnahmequellen erschließen. Da die Telefonkosten für Gespräche über das Handy mittelfristig weiter fallen, wenn nicht sogar völlig gestrichen werden, können letztendlich nur noch kostenpflichtige Zusatzdienste vermarktet werden.

Bei Schwäche einsammeln

Anleger, die sich jetzt mit viel Geduld und Ausdauer am japanischen Aktienmarkt auf die Lauer legen, könnten gegen Ende 2006 zu den Gewinnern gehören. Ein Kaufkandidat ist Softbank, deren Papiere man nun nach und nach einsammeln sollte.

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