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- Andreas Deutsch - Redakteur

Jahrestag des Grauens - "es wird wieder krachen"

In zehn Tagen jährt sich zum 30. Mal eines der übelsten Ereignisse in der Geschichte der Börse: der Schwarze Montag. Die Pessimisten halten sich überraschenderweise zurück mit neuen Warnungen. Marc Faber und Jim Rogers allerdings sind weiter bearish.

Montag, 19. Oktober 1987. Der Handelstag beginnt wieder jeder andere auch. Doch plötzlich kommt erhöhter Verkaufsdruck auf, und keiner weiß warum. Die Kurse fallen immer stärker. Internet oder Bloomberg TV gibt es noch nicht. Die Händler hören gebannt Radio. Aber eine Erklärung dafür, was los ist, gibt es nicht. Außer Mutmaßungen.

Auch heute, 30 Jahre nach dem Kursmassaker, ist noch nicht endgültig geklärt, warum es damals gecrasht hat. Wahrscheinlich kam vieles zusammen. So hob die US-Notenbank zum ersten Mal seit drei Jahren unerwartet den Leitzins für kurzfristige Kredite an. Hinzu kam ein Währungsstreit zwischen den USA und Deutschland.

Auch die zunehmende Einbindung von Computern in den Handel wird als Grund für den Crash genannt. Die institutionellen Investoren nutzten alle ähnliche Systeme zur Absicherung ihrer Positionen. Der erste Verkaufsdruck führte dann zu einem Dominoeffekt und einer Abwärtsspirale.

Auf dem Parkett und hinter den Kulissen bricht Panik aus. Börsenleitung und Börsenaufsicht treffen sich zu Krisensitzungen. Sogar das Weiße Haus wird eingeschaltet. Der Handel läuft allerdings weiter. Der Absturz des Dow Jones breitet sich schnell auf alle wichtigen internationalen Handelsplätze aus.

Am Ende des Tages steht beim Dow ein Verlust von 22 Prozent zu Buche. Es dauert 15 Monate, bis der Index sein Niveau von vor dem Crash wieder erreicht hat.

Faber warnt, Rogers auch

Normalerweise sind Jahrestage solcher Crashs wie der von 1987 immer Anlässe für die Bären zu warnen. Dieses Mal ist es erstaunlicherweise ruhig. Im vergangenen Jahr etwa geisterte der „Chart des Grauens“ durch die Sozialen Medien, der Gemeinsamkeiten zum Schwarzen Montag aufzeichnete. Doch der angekündigte Crash blieb aus.

Doch er wird kommen, sind sich Marc Faber und Jim Rogers. „Ich kann nicht sagen, wann es kracht. Sie können es nicht sagen. Keiner kann es sagen. Deswegen kaufen die Leute ja weiter Aktien“, so Faber im Interview mit CNBC. „Aber eines Tages wird es krachen.“ Ein Absturz von 30 bis 40 Prozent sei wahrscheinlich.

Zuletzt hatte auch wieder Jim Rogers vor Verwerfungen an den Aktienmärkten gewarnt. „Es wird die schlimmste Krise werden, die wir jetzt erlebt haben“, so Rogers, Gründer des berühmten Quantum Fund, im Interview mit Kitco news. „Ich denke, es wird in den kommenden zwölf Monaten geschehen.“

Wie Rogers setzt auch Marc Faber auf Gold. „Verglichen mit allen anderen Assetklassen sind Edelmetalle nicht wahnsinnig teuer.“

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