MLP
- DER AKTIONÄR

Jäger in Kurpfalz?

Reitet wirklich ein Jäger durch die grünen Heidelberger Wälder, um sich einen deutschen Finanzvertrieb zu „schießen“? Die jüngsten Gerüchte auf dem Parkett wollen ihn gesehen haben - in Gestalt der französischen Axa. Demnach wolle der Versicherungskonzern seinen Vertrieb in Deutschland durch die Übernahme von MLP stärken.

Um den Heidelberger Finanzdienstleister MLP ranken sich wieder einmal Übernahmegerüchte. Eine Chance für die Anleger?

Reitet wirklich ein Jäger durch die grünen Heidelberger Wälder, um sich einen deutschen Finanzvertrieb zu „schießen“? Die jüngsten Gerüchte auf dem Parkett wollen ihn gesehen haben - in Gestalt der französischen Axa.

Gerüchteküche brodelt

Demnach wolle der Versicherungskonzern seinen Vertrieb in Deutschland durch die Übernahme von MLP stärken. Die Gerüchte kamen auf, nachdem Axa- Chef Henri de Castries in einem Zeitungsartikel bestätigte, das Deutschlandgeschäft weiter ausbauen zu wollen. Ein Analyst sagte gegenüber dem aktionär dazu: „Das Gerücht entbehrt eigentlich jeder Grundlage, MLP würde seine für das Geschäftsmodell notwendige Unabhängigkeit verlieren.“ Den Aktionären kann das egal sein, denn die Gerüchte haben, wie schon des Öfteren in der Vergangenheit, der Aktie eine Bodenbildung nach dem zuletzt deutlichen Rückgang von 19,50 Euro auf fast 14 Euro beschert. Der Rücktritt des Finanzvorstands, die Aktienverkäufe von Ex-Vorstand Bernhard Termühlen und Spekulationen um den möglichen Markteintritt eines weiteren Konkurrenten unter der Regie zweier ehemaliger MLP- beziehungsweise AWD-Größen hatten den Kurs gedrückt.

Operativ erfolgreich

Dabei läuft es bei den Heidelbergern aus operativer Sicht gut. An das gute vierte Quartal 2006 schloss sich ein starkes Auftaktquartal an. In den ersten Monaten 2007 kletterte die Gesamtleistung um 11 Prozent auf 144,7 Millionen Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) sogar um 34 Prozent auf 16,7 Millionen Euro. Und auch für das zweite Quartal zeigte sich Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg zufrieden. „Der Geschäftsverlauf im zweiten Quartal 2007 entspricht unseren Planungen“, so der Firmenlenker, der seine EBIT-Prognose von 110 Millionen Euro für 2007 bekräftigte. Die Marge konnte dank der eigens auferlegten Schlankheitskur von 9,6 auf 11,5 Prozent gesteigert werden. Weitere Verbesserungen sollen folgen. Für neue Wachstumsimpulse sorgt der neue Bereich Vermögensverwaltung bei der im März übernommenen Tochter Feri Finance. Analysten erwarten daraus 2007 einen EBIT-Beitrag von mindestens zehn Millionen Euro.

"Hit" auf dem Parkett

Die MLP-Aktie ist aktuell mit einem 2008er-KGV von 17 kein Schnäppchen mehr, die Kostensenkungsmaßnahmen und der Zukauf von Feri Finance lassen jedoch Spielraum nach oben. Solange zudem das Lied vom Kurpfälzer Jäger auf dem Parkett ertönt, bleibt die Aktie fantasiegeladen. Allerdings sollten nur spekulative Anleger das aktuelle Niveau zum Einstieg nutzen.

Kursziel bei MLP: 19,00 Euro. Stopp: 13,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 29/2007.

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