IVG Immobilien
- Thomas Bergmann - Redakteur

IVG Immobilien: Wohin mit den Bezugsrechten?

Die Aktie des Bonner Immobilienkonzerns notiert heute erneut zweistellig im Minus. Zum einen hängt dies mit dem Beginn des Bezugsrechtshandels zusammen, zum anderen mehren sich negative Stimmen. Ein Analyst sieht die Talfahrt noch nicht abgeschlossen.

Der SDAX-Konzern IVG hat gestern eine Monster-KE angekündigt (hier zur Meldung) und damit einen starken Kursrückgang ausgelöst. Stürzte die Aktie am Mittwoch zeitweise um 18 Prozent ab, geht es heute erneut um rund zehn Prozent in den Keller. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass seit Donnerstag die Bezugsrechte mit der WKN A1M BE8 gehandelt werden können und der Kurs um den Wert eines Bezugsrechts bereinigt ist.

15 Prozent Minus

Nichtsdestotrotz hat der leidgeprüfte IVG-Aktionär seit Ankündigung der Kapitalerhöhung rund 15 Prozent seines Kapitals verloren. Neben der Aktie, die bei knapp 2,40 Euro steht, besitzt er jetzt jeweils ein Bezugsrecht, das aktuell bei 16 Cent gehandelt wird. Zur Erinnerung: Zwei Bezugsrechte berechtigen zum Kauf einer neuen Aktie zu 2,10 Euro.

Wer folglich neu einsteigen will, kann die Aktie direkt oder indirekt über zwei Bezugsrechte kaufen. Allerdings stellt sich die Frage, ob IVG trotz des starken Einbruchs eine gute Investmentidee ist. Denn Fakt ist, dass nichts für diese große Kapitalerhöhung spricht (siehe Artikel vom 30. November).

Equinet rät ab

Frank Neumann vom Bankhaus Lampe sieht ebenfalls keine Notwendigkeit für eine Kapitalerhöhung in diesem Ausmaß. Es lege sich der Verdacht nahe, dass "die IVG das Kapital dringend benötigt" und in den kommenden Monaten ein negativer Newsflow drohen könnte, welcher die Kapitalerhöhung nachträglich erklärt. Auf Basis eines Peergroup-Vergleichs und einer Sum-of-the-parts-Analyse rät Neumann dennoch mit Kursziel von 4,30 Euro zum Kauf der Aktie.

Jochen Rothenbacher von Equinet hingegen empfiehlt die IVG-Aktie zu verkaufen. Seiner Meinung nach ist der Zeitpunkt sehr ungünstig, ferner wird der Nettovermögenswert erheblich verwässert. Offensichtlich, so der Analyst, steckt das Unternehmen in Schwierigkeiten

Großes Rätselraten

Wahrscheinlich wird sich schon sehr bald zeigen, warum die IVG die Kapitalmaßnahme durchgezogen hat. Solange diese Unsicherheit im Markt ist, wird sich auch der Aktienkurs nicht stark nach oben bewegen. Deshalb sollte man als Anleger vorerst an der Seitenlinie stehen und zuschauen.

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