IVG Immobilien
- Thomas Bergmann - Redakteur

IVG Immobilien: Vertrauen verspielt

Die IVG-Aktie ist heute erneut unter den schwächsten Werten im SDAX zu finden. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, hat das Unternehmen doch am vergangenen Donnerstag ein weiteres trauriges Kapitel aufgeschlagen.

Wie lange kann IVG den Bogen noch überspannen? Zunächst die riesige Kapitalerhöhung kurz vor Weihnachten, dann die schwachen Quartalszahlen vor wenigen Wochen und jetzt das: Das Unternehmen zahlt ab sofort keine Zinsen auf sein begebenes Hybridkapital. Die Begründung ist an den Haaren herbeigezogen.

"Der Vorstand begründet seine Entscheidung dabei zum einen auf der bereits seit 2008 erfolgten Aussetzung der Dividendenzahlungen an Aktionäre der Gesellschaft und der hieraus nun folgenden Gleichbehandlung der unterschiedlichen Eigenkapitalgeber", hieß es in der entsprechenden IR-News. Zum anderen könne die damit im Unternehmen verbleibenden finanziellen Mittel zur weiteren Verbesserung der Kapitalstruktur herangezogen werden.

Affront gegen Anleiheinhaber

Die Nachricht vom Donnerstag mag dem Inhaber der Anleihe (WKN A0J QMH) wie ein schlechter verspäteter Aprilscherz vorgekommen sein. Nicht nur, dass 16 Tage vor dem Zinstermin (5. Mai) und damit gerade noch rechtmäßig (Deadline für eine solche Entscheidung ist 14 Tage vorher) die Zinszahlung ausgesetzt wird, nein, er muss auch noch einen dramatischen Kursverlust der Anleihe hinnehmen. Zudem hat IVG diese Information nicht wie bei solchen kursrelevanten Meldungen üblich in einer Ad-hoc verpackt, sondern diese in einer IR-News auf seiner Homepage dem Anleger quasi untergejubelt.

Als geradezu lächerlich erscheint der Zusatz, dass "der gesamte Vorstand der IVG Immobilien AG in den letzten Tagen seinen IVG-Aktienbestand um 40.000 Stücke erhöht" hat, um "seine Zuversicht einer weiteren Verbesserung der operativen Entwicklung der Gesellschaft" zu unterstreichen. Bei Kursen um 1,80 Euro beläuft sich das Transaktionsvolumen auf läppische 72.000 Euro. Zur Erinnerung: Allein die Grundvergütung der Vorstände beläuft sich auf deutlich mehr als eine Million Euro pro Jahr.

Aktie meiden

Wie viele Anleger hat DER AKTIONÄR an eine Wende hin zum Besseren bei IVG Immobilien geglaubt. Mit diesem letzten Schritt wurde aber das Vertrauen endgültig verspielt. Obwohl die Aktie deutlich unter ihrem Nettoinventarwert gehandelt wird, rät DER AKTIONÄR von einem Engagement ab.

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