IVG Immobilien
von Thomas Bergmann - Redakteur

IVG Immobilien: Monster-KE zur Adventszeit

Der Immobilienkonzern hat heute Morgen überraschend eine große Kapitalmaßnahme angekündigt und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt. Der Umfang und die Konditionen der Kapitalerhöhung vermitteln einen Hauch von Panik bei den IVG-Verantwortlichen.

Was bewegt den IVG-Vorstand im aktuellen Marktumfeld das Grundkapital der Gesellschaft um 50 Prozent zu erhöhen und die Aktie deutlich unter dem Substanzwert zu "verramschen"? Diese Frage dürften sich heute Morgen einige Aktionäre des Bonner Immobilienkonzerns gestellt haben.

Die Fakten

IVG will 69.283.885 neue Aktien zu 2,10 Euro pro Stück ausgeben. Bestehende Aktionäre haben das Recht, für zwei alte eine neue Aktie zu beziehen. Die Kapitalerhöhung auf 138,6 Millionen Euro ist laut IVG-Vorstand garantiert: Großaktionär Mann Immobilien-Verwaltung will alle Bezugsrechte ausüben und eventuell zusätzliche neue Aktien beziehen (die nicht bezogen wurden). Aktionär Santo Holding wird sich im Rahmen der Kapitalmaßnahme wahrscheinlich auf zehn Prozent plus eine Aktie verwässern lassen, nachdem die Gesellschaft im April noch 14,4 Prozent der Anteile in Besitz hatte. Diese Stücke soll aber wiederum ein institutioneller Investor übernehmen. Letztendlich hat sich auch die Universal-Investment-Gesellschaft verpflichtet, sich an dem Bezugsangebot zu beteiligen.

Die Bezugsfrist beginnt morgen und endet am 14. Dezember. Wer also die neuen Aktien zu 2,10 Euro beziehen will, muss die alten heute im Bestand haben. Die Bezugsrechte können in diesem Zeitraum gehandelt werden.

Die Gründe

Die frischen Mittel von etwa 145 Millionen Euro will der IVG-Vorstand "zur Optimierung der operativen und finanziellen Stärke der Gesellschaft" einsetzen. Im Detail soll die Finanzierung der bereits vorvermieteten und teilweise vorverkauften Öl- und Gaskavernen, die gerade gebaut werden, sichergestellt werden. Außerdem ist der Bau neuer Kavernen angedacht, um den Cashflow zu stabilisieren. Zwischen 5 und 15 Prozent des Emissionserlöses diene Investitionen in Immobilien.

Die Fragen

Warum erhöht IVG das Grundkapital in dem Maße, wo doch vor Kurzem erst die Refinanzierung im Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro gelang? Weshalb werden die neuen Aktien mit einem Abschlag von 70 Prozent auf den Net Asset Value ausgegeben, der jetzt um rund 30 Prozent auf etwa 5,10 Euro verwässert wird? Warum wird die Kapitalerhöhung überhaupt in diesem schwachen Marktumfeld durchgezogen? Vor zwei Wochen noch notierte IVG bei vier Euro.

Hauch von Panik

Der Vorstand äußert zwar, dass die Maßnahme nicht liquiditätsgetrieben ist, doch es macht eher den Anschein, als ob das Gegenteil der Fall ist. Zumindest gibt es keine Erklärung auf die Fragen. Im Moment erscheint es ratsam, Erholungstendenzen abzuverkaufen.

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