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- DER AKTIONÄR

IT Competence Group: „Es gibt eine Reihe von Erfolgsfaktoren“

Mit einem geplanten Umsatz von knapp 23 Millionen Euro für 2014 will die IT Competence Group ihren starken Wachstumskurs konsequent fortsetzen. Lag das Umsatzvolumen 2011 noch bei 13,8 Millionen Euro, so werden durch zahlreiche Auftragseingänge die Visionen von Vorstand Robert Käß mehr als plausibel. Er will das Unternehmen mittelfristig auf ein Umsatzvolumen von 50 Millionen Euro heben. Dazu geben auch die um 30 Prozent gestiegenen Auftragseingänge im ersten Quartal 2014 berechtigten Anlass.

DER AKTIONÄR fragte nach bei Robert Käß.


DER AKTIONÄR: Herr Käß, der Wachstumstrend der von Ihnen geführten Gesellschaft ist überdurchschnittlich gut. Wie haben Sie es geschafft, den Umsatz von 2011 bis 2014 fast zu verdoppeln?

Robert Käß: Eine klare Strategie, klarer Fokus und die Konzentration auf das Wesentliche sind hier sicherlich die Erfolgsfaktoren. Am Ende jedoch war es harte und ehrliche Arbeit von allen Beteiligten.

IT Competence ist ja sehr schlank aufgestellt. Wer würde das Unternehmen weiterführen, wenn Sie als derzeitiger Vorstand nicht mehr die Leitung innehaben könnten?

Es gibt zum heutigen Zeitpunkt keine konkrete Planung über eine mögliche Nachfolge von mir da ich als Aktionär persönlich ein großes Interesse an dem unternehmerischen Konzept habe. Die IT Competence Group agiert als Holding-Gesellschafft und gibt die Gesamtstrategie im Konzern vor. Die operativen Tochtergesellschaft haben jeweils ein eigenes Management, welche heute schon in die Entscheidungen der IT Competence Group voll mit eingebunden sind. Im Falle des Falles könnte jeder von ihnen die Leitung der Unternehmensgruppe übernehmen.

IT Competence hat ja auch mit private Cloud BluePrint eine eigene Cloud-Lösung im Angebot. Können Sie bitte unseren Lesern, die nicht aus der IT-Branche kommen, erklären, was diese Lösung für Vorteile am Markt bietet?

Die BluePrint Solutions sind Basissysteme für Unternehmen aus allen Größen und Branchen. Dabei hat BluePrint nicht den Anspruch 100 Prozent der IT Bedürfnisse abzudecken. Vielmehr ist es das Ziel 70 bis 80 Prozent der Arbeit, die in einem Unternehmen durch die Einführung neuer Systeme und Techniken auftreten im Vorfeld zu eliminieren. Durch die extreme Flexibilität der BluePrint Lösungen, ist es durch individuelles Customizing möglich auf eine 100-prozentige Firmenlösung zu kommen. Dieser hohe Anspruch bedingt ein flexibles und zielorientiertes Installations- und Wartungskonzept. Insbesondere die Prozesse des Unternehmens müssen sich in diesem Konzept wieder finden. Die Erfahrung aus vielen Projekten, hat uns gelehrt, dass das Design eines neuen Systems unheimlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Oftmals, wird das Rad immer und immer wieder neu erfunden. Mit BluePrint ermöglichen wir unseren Kunden einen schnellen Einstieg in die private bzw. in die hybride Cloud.

Bieten Sie zu deutlich reduzierten Preisen an oder worauf ist der überdurchschnittlich gute Auftragseingang zurückzuführen?

Nein! Der gestiegene Auftragseingang ist absolut nicht auf reduzierte Preise zurückzuführen. Unser pro Kopfumsatz – Umsatz pro Mitarbeiter – ist immer noch über dem Marktdurchschnitt. Der gute Auftragseingang ist darauf zurückführen, dass wir entgegen dem Markttrend neue hoch qualifizierte Mitarbeiter zu marktüblichen Gehältern gewinnen und daher im Vertrieb weiterhin interessante Projekte akquirieren können. Sicherlich hilft uns BluePrint als Cloud Lösung dabei enorm, dennoch ist die Cloud nicht der einzige Treiber im Markt. Auch in den Bereichen Managed Service und Professional Service leisten unsere Mitarbeiter einen hervorragenden Job. Durch die Qualität unserer Dienstleistung gelingt es uns mehr und mehr Anfragen unserer Kunden zu generieren und am Schluss auch Aufträge zu akquirieren.

Anorganisches Wachstum ist bei Ihnen ja auch ein großes Thema. Wie weit sind Sie damit in der Zwischenzeit gediehen?

Seit Anfang des Jahres gehen wir auf den Markt zu. Durch gezielte Aktivitäten werden wir bereits nach so kurzer Zeit als potenzielle Käufer gesehen und daraus resultierend führen wir bereits die ersten Gespräche. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr eine Transaktion durchzuführen und wie wir in der Vergangenheit gezeigt haben verfolgen wir unsere Ziele mit Nachdruck. Dennoch wollen und werden wir nicht unüberlegt handeln nur um den äußeren Erwartungen gerecht zu werden.

Warum haben Sie den Sitz Ihrer Firma immer noch in den Niederlanden? Haben Sie dort entsprechende finanzielle Vorteile?

Es ist korrekt, dass der rechtliche Sitz der Gesellschaft sich in den Niederlanden befindet. Dies hat rein historische Gründe. Allerdings sind wir seit vielen Jahren steuerlich zu hundert Prozent in Deutschland ansässig. Insofern haben durch den Sitz in den Niederlanden keinerlei finanziellen Vorteile; aber auch keinerlei Nachteile. Mittlerweile haben wir die IT Competence Group von einer N.V. (niederländische Aktiengesellschaft) in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) umgewandelt. Für uns hat dies den Vorteil, dass ein „Umzug“ einer europäischen SE von den Niederlanden nach Deutschland möglich ist. Wann wir diesen Schritt umsetzen, ist noch nicht beschlossen.

Zur Verbesserung der Marktfähigkeit wäre es doch sinnvoll, wenn IT Competence auch im XETRA-Handel notieren würde. Was sehen Ihre Pläne dazu vor?

Erste Gespräche zu diesem Thema wurden bereits mit Banken geführt. Generell wollen wir neben dem Bekanntheitsgrad der Gesellschaft natürlich auch die Marktfähigkeit der Aktie steigern und die Investor Relations Aktivitäten weiter verstärken. Hierzu wurden auch bereits Maßnahmen umgesetzt. Neben der Teilnahme an Analystenveranstaltungen wurde vor kurzem ein Research veröffentlicht. Sie sehen also, für uns steht neben dem operativen Geschäft der regelmäßige Dialog mit unseren Aktionären im Vordergrund.

Die ACON Bank erwartet für das laufende Jahr eine EBITDA-Marge von 4,9 Prozent und ein Ergebnis je Aktie von 39 Cent. Bereits im ersten Quartal 2014 lag die EBITDA-Marge über 5,0 Prozent – und dabei ist das erste Quartal in der IT-Branche ja immer ein relativ schwaches. Schätzt ACON Ihrer Meinung nach zu niedrig?

Wir haben bereits 2011 eine Initiative gestartet, welche das Ziel verfolgt, den in der IT-Branche üblichen Quartalsschwankungen entgegenzuwirken. Durch die gezielte Diversifikation von Themen in den unterschiedlichsten Branchen konnten wir in den letzten Jahren bereits zeigen, dass wir nicht unter einem tendenziell schlechten ersten Quartal leiden. Somit freut es uns umso mehr, dass wir im ersten Quartal einen EBITDA von über 5,0 Prozent erreicht haben. Zu euphorisch dürfen diese Zahlen jedoch nicht gesehen werden, im zweiten Quartal sind die tatsächlichen Arbeitstage niedriger als viele Jahre zuvor. Es fallen alle Feiertage aus Ostern und Pfingsten in diesen Zeitraum. Durch die „neuen Sommerferien“ welche sich in vielen Bundesländern nach hinten verschoben haben, sind die genommenen Urlaubstage im Q2 sehr hoch. Somit sehen wir im Geschäftsjahr 2014 eher ein verhaltenes Q2, während das Q3 im Vergleich überdurchschnittlich stark ausfallen wird. Die Planung mit 4,9 Prozent auf Jahressicht ist aus unserer Sicht absolut realistisch, da sich diese Effekte über das Jahr selbstverständlich nivellieren.

Reicht ein Teil des derzeitigen Auftragsbestandes auch in das Jahr 2015 hinein oder werden alle jetzt vorhandenen Aufträge in 2014 komplett abgearbeitet?

Wie branchenüblich werden wir überwiegend nur jeweils für das laufende Geschäftsjahr beauftragt und daher sind wir auch angehalten, das beauftrage Budget in dem laufendem Geschäftsjahr abzuarbeiten. Wir werden also den jetzt bekannten Auftragsbestand zu über 90 Prozent auch in 2014 abarbeiten. Erst ab September erwarten wir Aufträge für das Geschäftsjahr 2015, welche wir jedoch dann auch dem Geschäftsjahr zuordnen in welchem wir diese abarbeiten.

Wie schätzen Sie 2015 mit einem Umsatz von gut 27 Millionen Euro ein? Ist das nicht zu tief gestapelt?

Wir sind für unsere konservative Unternehmenskommunikation bekannt und wollen nicht während des Jahres mit negativen Botschaften eine euphorische Planung korrigieren müssen. Deshalb meinen wir, dass die Schätzung für das kommende Jahr sehr realistisch und dennoch sportlich ist. Ich will aber nicht unterschlagen, dass sie eher noch ein Überraschungspotential in sich birgt. Wir wollen in keinem Fall die Aktionäre enttäuschen, sondern sie ermutigen, sich als langfristige Investoren an unserer Gesellschaft zu beteiligen.

Herr Käß, vielen Dank für das Interview.

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