Trina Solar Technology
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Irrationale Modulpreise: Trina-Ausblick schadet auch Solarworld

Die Solarworld-Aktie kommt auch am Donnerstag unter Druck. Neben der Vorlage schwacher Quartalszahlen belastet ein schwacher Ausblick des chinesischen Modulherstellers Trina Solar.

Das Marktumfeld für Hersteller von Solarmodulen bleibt extrem schwierig. Daran haben nun Aussagen des chinesischen Kostenführers Trina Solar erinnert. "Es gibt weiterhin ein Ungleichgewicht der Nachfrage und des Angebotes. Das führt zu hohen Lagerbeständen und irrationalen Verkaufspreise einiger unserer Konkurrenten."

Die Modulpreise sind innerhalb eines Jahres um rund 50 Prozent eingebrochen. Auch Trina verdient daher derzeit kein Geld und drosselt die Produktion. Im dritten Quartal rechnet der Modulhersteller nur noch mit einem Absatz von 375 bis 385 MW nach zuvor 450 bis 480 MW. Die Trina-Aktie rutschte im gestrigen US-Handel zweistellig ins Minus und notiert nun sogar unter den Tiefstkursen der 2008er-Krise.

Siliziumpreis unter Druck

Auch Solarworld kommt am Donnerstag erneut unter Druck - das Papier verliert im frühen Handel knapp zwei Prozent an Wert. Bereits gestern hatte Solarworld über zehn Prozent verloren. Hauptgrund für den Abschlag war die Vorlage schwacher Quartalszahlen. Auch der gerüchteweise anstehende finanzielle Befreiungsschlag blieb aus.

Zwar ist der Spotmarktpreis für Silizium innerhalb einer Woche um weitere 4,4 Prozent auf 17,43 Dollar je Kilo gefallen. Solarworld profitiert jedoch nur unterdurchschnittlich von günstigere Preisen des Rohstoffes, da Solarworld in den Vorjahren Langfristverträge zum Kauf von Silizium zu (mittlerweile) überteuerten Konditionen eingegangen war.

Im Abwärtstrend

Selbst die vergleichsweise gut positionierte Trina Solar findet derzeit kein Mittel gegen die immensen Überkapazitäten. Hier sollte unbedingt ein neuer Versuch einer Bodenbildung abgewartet werden.

Ähnliches gilt für Solarworld. Trotz der optisch günstigen Kurse drängt sich kein Einstieg auf. Die Risiken sind zu hoch. Der Autor dieses Artikels hat dem DAF ein Interview zu den Solarworld-Zahlen gegeben.

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