Invision Software
- Michael Schröder - Redakteur

Invision-Vorstand: "Keine roten Zahlen mehr"

Invision befand sich in den letzten Monaten in einem Transformationsprozess. Mittlerweile agiert die Gesellschaft als Anbieter von Cloud-basiertem Workforce Management. Der operative Gewinn dürfte in den nächsten Jahren überproportional zulegen. Selbst ein drohender Konjunkturabschwung sollte kaum belasten. Im Gegenteil: Gerade in Krisenzeiten müssen Kunden stets Prozesse optimieren, Kosten senken und Produktivitätssteigerungen erzielen.

Peter Bollenbeck war in der Vergangenheit eigentlich stets ein offener und nachgefragter Gesprächspartner. Doch in den letzten Monaten hat sich der Vorstand der Invision AG rar gemacht. Nach dem erfolgreichen Umbau seiner Gesellschaft (Tipp des Tages vom 12. November) stellte er sich den Fragen des AKTIONÄR.

DER AKTIONÄR: Herr Bollenbeck, bei Invision hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Können Sie uns eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse geben?

Peter Bollenbeck: Die letzten Monate waren in der Tat sehr spannend. Wir haben seit April 2011 den Kern unseres Geschäftsmodells radikal und vollständig auf Cloud-Computing umgestellt. Der Verkauf von klassischen Softwarelizenzen wurde stark zurückgefahren und in den Zielmärkten Europa und Nordamerika die Lizenzerlöse und Projektdienstleistungen durch Abonnements von Cloud-Computing-Lösungen ersetzt. Dabei wurde mit "Injixo" eine Cloud-Plattform mit Training, Workforce Management und Branchennetzwerk geschaffen. Nachdem 2011 mit der Umstellung begonnen wurde, lag der Schwerpunkt 2012 auf der Ausführung und Optimierung des neuen Geschäftsmodells.

Sind Sie mit dem Verlauf der Umstellung zufrieden?

Ja, wir sind ziemlich planmäßig durch die Transformationsphase gekommen. Inzwischen kümmern sich 95 Prozent unserer Entwicklungsressourcen ausschließlich um die Weiterentwicklung der Cloud-basierten Services. Zum Vergleich: Vor der Transformation haben sich gut 80 Prozent der Ressourcen um die Weiterentwicklung der Software gekümmert, die bei unseren Kunden installiert wurde.

Wie beurteilen Sie die Wettbewerbssituation in diesem Bereich?

Wir wollen das Cloud-Modell als eines der ersten Unternehmen in Deutschland zum Fliegen bringen. Wenn Sie sich das Thema im Enterprise-Markt anschauen, dann ist es bislang ausschließlich in den USA gestartet und wird von dort auch eindeutig dominiert. Wir haben durch die Transformation eine ziemliche Ausnahmestellung in Deutschland. Diese wollen wir über die nächsten Monate und Jahre kontinuierlich ausbauen.

Ist die Transformation auch auf der Kostenseite abgeschlossen?

Ja. Es gibt aufgrund der Transformation keine Abschreibung mehr. Das wurde alles in der Zeit zwischen April 2011 und September 2012 verarbeitet. Unsere Bilanz ist sauber. Über das übliche Geschäftsrisiko hinaus halten wir es für ausgeschlossen, dass wir demnächst operativ noch mal rote Zahlen schreiben werden.

Zum Abschluss: Welche Schwächen müssen Sie noch abstellen?

Während der Transformation waren wir hauptsächlich mit der Schaffung der technischen Grundlagen und der Veränderung des Unternehmens beschäftigt. Im Rahmen des weiteren Rollouts wird das Marketing ein großes Thema sein. Da stehen wir noch am Anfang einer Lernkurve. Das Marketing, das wir vorher für das Projektgeschäft gemacht haben, ist ein anderes als das zur Adressierung des wesentlich größeren Marktes. Damit werden wir uns 2013 intensiv beschäftigen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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