- DER AKTIONÄR

Intel - nicht wirklich "inside"

Nachdem der weltgrößte Chiphersteller am Donnerstag nachbörslich alles getan hat, um die Erwartungen der Analysten zufrieden zu stellen ist der Aktienkurs gesunken: Die guten Nachrichten seien schon eingepreist gewesen, sagten die Analysten. Nun heißt es weiter in die Zukunft schauen.

Nachdem der weltgrößte Chiphersteller am Donnerstag nachbörslich alles getan hat, um die Erwartungen der Analysten zufrieden zu stellen ist der Aktienkurs gesunken: Die guten Nachrichten seien schon eingepreist gewesen, sagten die Analysten. Nun heißt es weiter in die Zukunft schauen.

Von Werner Sperber

Die Woche hat gut angefangen für die Intel Corp. (WKN 855 681) aus Santa Clara: Der weltgrößte Chipproduzent hat einen neuen Kunden, denn der Computerhersteller Apple wird ab Mitte 2006 Intel-Chips für seine Macintosh-Computer verwenden. Die langjährige Partnerschaft mit dem Computerpionier IBM wird Apple aufkündigen. Der Apple-Vorstandsvorsitzende Steve Jobs sagt: "Unser Ziel ist es, unseren Kunden weltweit die besten Computer zu liefern. Intel hat bei weitem die stärkste Produktpipeline. Intels Technologie wird uns helfen für die nächsten zehn Jahre die besten Computer zu bauen."

Auf nach Indien

Die Woche ist auch gut weitergegangen: Intel erwartet deutlich steigende Umsätze in Indien. Vorstandsvorsitzender Paul Otellini sagte der "Financial Times", er sehe für die kommenden Jahre ein jährliches Umsatzwachstum von 30 Prozent, denn auf dem Subkontinent werde ein Boom im PC-Bereich erwartet. Es gebe Millionen potentieller Privatkunden, die willens seien, sich demnächst einen Rechner anzuschaffen. Ein wichtiger Faktor seien die Finanzierungsmöglichkeiten, die dem nicht immer finanzkräftigen Durchschnitts-Inder dabei zur Verfügung stünden. So könne man dort seine PC-Käufe in Raten mit einer monatlichen Belastung von 11,50 US-Dollar abstottern. Intel will in eine Produktionsstätte in Indien mehr als 400 Millionen Dollar investieren. Der indische IT-Minister Dayanidhi Maran sagte allerdings auch, es bedürfe jedoch einen länger als erwarteten Zeitrahmen um Formalitäten zu erledigen.

Besser als erwartet sein reicht nicht

Auch die Analysten zeigten sich im Durchschnitt optimistisch: Intel werde am Donnerstag nach Börsenschluss im Zwischenbericht zum zweiten Quartal einen Erlös von 9,1 Milliarden Dollar prognostizieren, nachdem im Vorjahreszeitraum 8,05 Milliarden Dollar umgesetzt worden sind. Intel hatte im Vorfeld eine Umsatzprognose von 8,6 bis 9,2 Milliarden Dollar abgegeben. Die Analysten erwarten, dass Intel die Erwartungen erfüllt, weil die Nachfrage nach Laptop-Chips stark sei.

Schließlich hat Intel die Umsatzprognose für das laufende zweite Quartal sogar auf 9,1 bis 9,3 Milliarden Dollar angehoben und - der Markt war keineswegs begeistert, die Intel-Aktie hat nachbörslich 1,2 Prozent an Wert verloren. Intel erhöhte wegen niedrigeren Stückkosten bei der Herstellung von Mikroprozessoren auch die Prognose für die Bruttomarge: Bislang hieß es "56 Prozent plus/minus einige Punkte", nun heißt es "57 Prozent plus/minus ein Prozentpunkt". Für das Ergebnis je Anteilsschein wollte das Unternehmen keine Prognose geben. Analysten erwarten jedoch im Schnitt ein Ergebnis von 0,28 Dollar je Aktie nach 0,27 Dollar im Vorjahreszeitraum.

Optimistischer Wochenausklang

Finanzvorstand Andy Bryant sagte, dass die neue Umsatzprognose zwar immer noch einen Rückgang um ein bis vier Prozent zum Vor-Quartal bedeute, doch sei dieser Rückgang für die Jahreszeit typisch. Intel verzeichne eine "echte" Nachfrage, die Kunden bauten nicht etwa Lagerbestände auf, sondern verwendeten die Produkte direkt. Motor des Wachstums sei der Geschäftsbereich Mobile Computing. Das Geschäft mit Flash Memory Chips sei unverändert hart. Im zweiten Halbjahr werde Intel problemlos die Nachfrage nach Mikroprozessoren befriedigen.

Apjit Walia, Analyst von RBC Capital Markets, ist auch für das dritte Quartal optimistisch gestimmt und hat die Gewinnschätzungen von 0,33 auf 0,36 Dollar je Aktie angehoben. Zugleich hat Walia das Kursziel von 27 auf 29 Dollar angehoben, denn die Überprüfungen wiesen auf eine solide Dynamik bei Kunden und Zulieferern hin. Intel werde von der zunehmenden Stärke der Emerging Markets profitieren. Das Preisniveau für Mikroprozessoren bleibt voraussichtlich stabil und das Lagerbestandsniveau gesund.

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