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Intel - Mangel an Kapazitäten

Die Aktie des Chipherstellers Intel gerät trotz ansprechender Quartalszahlen unter Druck. Schuld ist der enttäuschende Ausblick auf das laufende Quartal. Bleibt die Frage: Wann bekommt Intel seine Probleme in den Griff?

Die Aktie des Chipherstellers Intel gerät trotz ansprechender Quartalszahlen unter Druck. Schuld ist der enttäuschende Ausblick auf das laufende Quartal. Bleibt die Frage: Wann bekommt Intel seine Probleme in den Griff?

Von Steffen Eidam

Wenn der weltgrößte Chiphersteller Intel seine Zahlen präsentiert, dann darf er sich einer immensen Aufmerksamkeit sicher sein. Immerhin hängt die halbe Branche am Tropf des Halbleiterkonzerns. Als Intel-Chef Paul Otellini gestern Abend sein Zahlenwerk darlegte, blieb vielen Analysten nur noch ein Achselzucken. Wieder einmal hat Intel die Erwartungen nicht erfüllen können. Insbesondere der Ausblick auf das laufende Quartal entpuppte sich als Enttäuschung.

Wenig Überraschendes

Im dritten Quartal konnte das Unternehmen mit Sitz in Santa Clara seinen Gewinn um fünf Prozent auf zwei Milliarden Dollar oder 32 Cent je Aktie steigern. Zu wenig für die Analysten, denn die hatten im Schnitt mit 33 Cent gerechnet. Beim Umsatz dagegen blieb Intel im Rahmen der Erwartungen. Der Chipriese verbesserte seinen Erlös um 17 Prozent auf 9,96 Milliarden Dollar. Konzernchef Otellini zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden: "Im dritten Quartal haben wir Rekordzahlen beim Umsatz und den Auslieferungen quer durch alle unsere großen Produktbereiche erreicht." Für das laufende geht man nun von einem Umsatz zwischen 10,2 und 10,8 Milliarden Dollar aus - und das ist die eigentliche Enttäuschung. Analysten rechneten bislang im Schnitt mit 10,7 Milliarden Dollar.

Die alten Probleme

Das Intel-Ergebnis wurde durch steuerliche Sonderbelastungen von 250 Millionen Dollar für die Rückführung von kumulierten Auslandsgewinnen belastet. Darüber hinaus muss der Technologiekonzern in Folge von Patentrechtsstreitigkeiten 300 Millionen Dollar an MicroUnity überweisen. Unterdessen scheint man die logistischen Probleme nicht richtig in den Griff zu bekommen. Zwar könne man laut Finanzchef Andy Bryant die Nachfrage der Kunden nach genügend Mikroprozessoren inzwischen besser befriedigen als noch im Vorquartal. Probleme bereitet aber die Herstellung von ausreichend Chipsets: "Es ist keine Frage, dass ich mehr Chipsets ausliefern könnte, wenn ich mehr Kapazitäten hätte", sagte Bryant. Die Probleme sind also die alten - der Markt wartet nun darauf, dass Intel diese endlich in den Griff bekommt. Der Kurs der Intel-Aktie gab im nachbörslichen Handel 3,2 Prozent nach.

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