Innogy
- Maximilian Völkl

Innogy: Die volle Ladung

Eine elementare Voraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität ist der Ausbau des Ladenetzes. In Deutschland gibt es laut der jüngsten Erhebung des Bundeverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) derzeit lediglich 4.730 Ladesäulen, von denen 530 schnellladefähig sind. Die Zahl der Ladepunkte – eine Ladesäule mit mehreren Anschlüssen wird als mehrere Ladepunkte gezählt – stieg damit binnen Jahresfrist um 18 Prozent auf 10.700.

Marktführer in Deutschland ist Innogy. Aktuell betreibt die RWE-Tochter in Deutschland nach eigenen Angaben 4.600 Ladepunkte – das sind über 40 Prozent aller verfügbaren Lademöglichkeiten. Aus dem Bundesprogramm zur Förderung der Ladeinfrastruktur hat Innogy kürzlich noch einmal Mittel für den Aufbau von 1.245 Ladesäulen bzw. knapp 2.500 Ladepunkten erhalten. Der Preis für eine Säule dürfte dabei bei knapp 6.300 Euro liegen.

Viel Arbeit bis zum Durchbruch

Soll die E-Mobilität massentauglich werden, darf das aber erst der Anfang sein. Nach Berechnungen des BDEW braucht man selbst für nur eine Million Autos bereits 70.000 normale Ladepunkte und 7.000 Schnellladepunkte. Das würde bedeuten, dass für die rund 46 Millionen Pkws in Deutschland über drei Millionen Ladepunkte und 320.000 Schnellladepunkte benötigt würden.

Kann Innogy den aktuellen Marktanteil halten, winken hier Erlöse von rund neun Milliarden Euro. Ein Komplettumstieg auf E-Mobilität ist zwar noch Zukunftsmusik. Es ist aber zu bedenken, dass sich die vorgenommenen Berechnungen – trotz der enormen Zahlen – lediglich auf den deutschen Markt beziehen. Zudem wird nur der erstmalige Ausbau berücksichtigt. Hinzu kommen die lukrativen Wartungs- und Servicegebühren sowie mögliche, künftige Gebühren für das Nutzen der E-Tankstellen.

Herausforderungen für das Stromnetz

Eine ausreichende Zahl an Ladesäulen ist nicht die einzige Herausforderung, die die Elektromobilität für die Versorger mit sich bringt. Auch die Anforderungen an das Stromnetz steigen. Setzen sich die E-Autos in Deutschland komplett durch, würde der Energiebedarf im Vergleich zur heutigen Menge je nach Studien um 15 bis 25 Prozent zulegen. Kritisch wird das bei den Spitzenlasten. Die Lösung können zum einen milliardenschwere Investitionen in den Netzausbau sein, zum anderen setzen Versorger wie Experten viel Hoffnung in das smarte Stromnetz.

Zuverlässige Dividendenperle

Für konservative Anleger ist Innogy ein Basisinvestment. Durch die attraktive Dividendenrendite von 4,7 Prozent und das sichere und lukrative Geschäft mit den Netzen ist die Aktie nach unten abgesichert. Mit der Elektromobilität, der smarten Energiewelt und den erneuerbaren Energien schlägt der Konzern zudem wieder den Wachstumspfad ein. DER AKTIONÄR ist zuversichtlich, dass bald ein neues Rekordhoch erreicht wird, und empfiehlt, sich ein paar Stücke ins Depot zu legen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Ein toller Wochenstart

Im schwachen Marktumfeld zum Wochenstart führt die RWE-Aktie den DAX deutlich an. Der Versorger profitiert vom Platzen der Jamaika-Verhandlungen. Der schnelle Kohleausstieg, der von den Grünen gefordert wird, wird damit unwahrscheinlicher. Zudem beflügeln erneut Gerüchte um die Tochter Innogy. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

RWE-Tochter Innogy: Kein Grund zur Sorge!

Innogy hat die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Die Medien überschlagen sich mit Berichten über die Probleme in Großbritannien, aber: Für Experten ist der Gewinnrückgang wegen Abschreibungen auf das Vertriebsgeschäft Npower keine Überraschung. Die RWE-Tochter schnitt sogar etwas besser ab … mehr