Infineon
- Werner Sperber - Redakteur

Infineon: Günstig, aber risikoreich; Börsenwelt Presseschau IV

Die Experten der Euro am Sonntag erklären: Die Zahlen von Infineon Technologies für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2013/14 waren etwas besser als von Analysten geschätzt. Die Dividende soll um 50 Prozent auf 0,18 Euro je Anteil angehoben und in den kommenden Jahren mindestens gleich gehalten werden. Dennoch sackte der Aktienkurs nach der Vorlage der Ergebnisse ab. Vorstandsvorsitzender Dr. Reinhard Ploss erwartet trotz des Zukaufs der US-Firma International Rectifier nur sechs bis zehn Prozent mehr Umsatz im laufenden ersten Quartal des Wirtschaftsjahres 2014/15. Die Anleger sind unsicher, inwieweit diese milliardenschwere Übernahme die Ziele für das laufende Fiskaljahr belasten wird (Die kartellrechtlichen Genehmigungen sollen spätestens im Januar 2015 vorliegen.). Finanzvorstand Dominik Asam erwartet einen zweistelligen Millionenbetrag als Integrationskosten für die größte Akquisition von Infineon. International Rectifier arbeitet zudem weniger produktiv als Infineon, soll die operativen Margen des deutschen Halbleiterunternehmens jedoch innerhalb von zwei Geschäftsjahren erreichen. Strategisch ist der Kauf sinnvoll, denn Rectifier verstärkt das Portfolio von Infineon bei den renditestarken sogenannten Leistungs-Chips. Damit wird Infineon am 15 Milliarden Dollar großen Markt einen Anteil von 14 Prozent haben, was doppelt so viel ist, wie bei den beiden Verfolgern Toshiba und Mitsubishi. Der Kurs des Vorstandes stimmt und das Management dürfte auch die Akquisition von Rectifier bewältigen. Zudem lassen die konservativen Prognosen von Dr. Ploss Raum für Überraschungen. Risikobereite Anleger sollten die mit einem KGV von 15 für das laufende Wirtschaftsjahr vergleichsweise günstig bewertete Aktie mit einem Kursziel von zehn Euro und einem Stop-Loss bei 6,50 Euro kaufen.

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