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Infineon: Good News hoch 2

Der Münchener Halbleiterproduzent bestückt die neuen biometrischen Reisepässe und steigert zudem durch die Einführung einer neuen Technologie die Effizienz bei der Chip-Produktion deutlich.

Der Münchener Halbleiterproduzent bestückt die neuen biometrischen Reisepässe und steigert zudem durch die Einführung einer neuen Technologie die Effizienz bei der Chip-Produktion deutlich.

Von Stefan Eichner

Ab November werden sich Bundesbürger auf zwei Neuerungen bei ihren Reisepässen einstellen müssen. Einerseits wird der Pass wesentlich mehr persönliche Daten enthalten und zudem mit 59 Euro deutlich teurer ausfallen. Dies verwundert nicht, schließlich lassen sich die Behörden den Mehraufwand bezahlen und außerdem muss auch der im Ausweis integrierte Chip samt Gehäuse bezahlt werden. Aber trösten sie sich: Mit dem Kauf eines Reisepasses unterstützen Sie teilweise ein deutsches Unternehmen: Infineon Technologies. Der Münchener Halbleiterproduzent liefert nämlich die Chips, die in den starren Umschlag der Pässe eingelassen werden.

Vielsagendes Ausweispapier

Wie Innenminister Otto Schily gestern bekannt gab, wird zunächst neben den üblichen Ausweisdaten nur ein digitales Foto vom Passinhaber enthalten sein. In einem zweiten Schritt sollen dann - ab März 2007 - zusätzlich zwei Fingerabdrücke gespeichert werden. Ein "Scanning "der Iris im Auge ist hingegen noch Zukunftsmusik, aber denkbar.

Für Infineon ist der jüngste Deal ein nettes Zubrot: Aktuell sind in der Bundesrepublik etwa 24 Millionen Reisepässe im Umlauf. Diese gelten üblicherweise zehn Jahre, etwa zehn Prozent davon werden jährlich ausgetauscht oder neu ausgestellt. Produziert werden die Reisepässe wie bisher von der Bundesdruckerei.

Neue Produktions-Ära

Die Chip-Produktion wird bei Infineon künftig noch effizienter verlaufen. Wie der Konzern heute bekannt gab, wird ab sofort mit der Serienfertigung von DRAM-Chips mit 90-Nanometer-Prozessstrukturen auf 300-Millimeter-Wafern im Halbleiterwerk in Dresden begonnen. Damit ist Infineon nach eigener Aussage der weltweit zweite DRAM-Hersteller, der eine Serienproduktion mit der 90 nm-Technologie gestartet hat. Bis Ende Mai wurden etwa fünf Prozent der gesamten DRAM-Kapazitäten des Konzerns von 110 nm auf 90 nm umgestellt. Durch die Einführung der neuen Technologie erhöht sich die Anzahl der produzierten Chips im Vergleich zum 110 nm-Standard pro Wafer um mehr als 30 Prozent, was die Produktionskosten pro Chip deutlich senkt.

Die Anleger honorieren die positiven News bei Infineon - die Aktien des Chipherstellers legen bis 16.30 Uhr deutlich um gut drei Prozent auf 7,45 Euro zu und führen damit die Gewinnerliste im DAX an.

 

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