Infineon
- Stefan Limmer - Redakteur

Infineon: Das sagen die Experten zur Kartellstrafe

Die EU-Kommission hat Infineon wegen Preisabsprechen eine Strafe von 83 Millionen Euro aufgebrummt. Der Chiphersteller kündigte jedoch kurz darauf an, gegen die Kartellstrafe vorzugehen. Nun haben sich auch erste Analysten zu Wort gemeldet.

Vier Chiphersteller sollen sich nach Angaben der EU-Kommission abgesprochen und damit Verbraucher und Unternehmen geschadet haben. Gegen drei der Firmen verhängte die Brüsseler Behörde eine Geldbuße von insgesamt 138 Millionen Euro. Dazu gehört auch das deutsche Unternehmen Infineon, das knapp 82,8 Millionen Euro zahlen soll, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Infineon wies sämtliche Vorwürfe als unbegründet zurück und will sich gerichtlich dagegen wehren. Betroffen sind Smartcard-Chips, die etwa in SIM-Karten von Handys, Bankkarten oder Pässen vorkommen. Zwischen September 2003 und September 2005 stimmten sich laut EU-Kommission neben Infineon noch drei weitere Unternehmen ab.

Kaufempfehlung bestätigt

Die DZ Bank hat die Einstufung für Infineon nach einer Kartellstrafe auf "Kaufen" mit einem fairen Wert von 11 Euro belassen. Die durch die EU-Wettbewerbsbehörden verhängte Strafe habe den Chiphersteller völlig unvorbereitet getroffen und dieser habe keine Rückstellungen gebildet, schrieb Analyst Harald Schnitzer in einer Studie vom Donnerstag. Die Auswirkungen auf die Ergebnisse seien begrenzt. Schnitzer kündigte aber eine Anpassung seiner Prognosen an.

Investiert bleiben

Die Geschäfte des Konzerns laufen hingegen hervorragend. Infineon profitiert vom gestiegenen Einsatz von Computerchips in Autos. Die Produktion ist ausgelastete. Ein Ausbruch über die 9-Euro-Marke hat zuletzt weitere Käufer angelockt. Nun rückt das alte Jahreshoch ins Visier. Investierte Anleger bleiben dabei, auch für einen Neueinstieg ist es noch nicht zu spät. Ein Stopp bei 7,80 Euro sichert die Position nach unten ab.

(Mit Material von dpa-AFX)

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