Infineon
- Leon Müller - Chefredakteur

Infineon: Merrill Lynch warnt - spät

Die Analysten der US-Bank Merrill Lynch haben in einer am Montag veröffentlichten Studie vor einer Korrektur bei Halbleiterwerten gewarnt. Indes bestätigten sie Kursziel und Einschätzung für die Aktie der Infineon Technologies AG. Ihre Warnung kommt spät. Schließlich hat die Infineon-Aktie bereits deutlich korrigiert. Die Frage lautet nun: War es das schon oder geht es weiter bergab?

Die jüngsten Ergebnisse seien stark gewesen. Allerdings bestünden nun gewisse Risiken hinsichtlich der Erwartungen und es drohe eine Korrektur. Zu diesem Resümee kommen die Analysten der US-Bank Merrill Lynch mit Blick auf die Entwicklung in der Halbleiterbranche. In einer am Montag veröffentlichten Studie haben die Amerikaner Infineon auf ihre "European Technology Least Preferred List" gesetzt, gleichzeitig sowohl Kursziel als auch Einschätzung unverändert gelassen. Folglich lautet die Einschätzung nach wie vor "Neutral", das Kursziel beträgt 4,50 Euro und damit gut 17 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs bei 3,848 Euro. Dennoch überrascht die Studie ein wenig. Schließlich hat die Infineon-Aktie ausgehend vom Hoch am 3. Februar 2010 bei 4,39 Euro bereits deutlich korrigiert. Immerhin knapp 13 Prozent beträgt der Abschlag. Geht es nun weiter bergab?

Charttechnik sendet Warnsignale

Charttechnisch ist das Papier nach der jüngsten Abwärtsbewegung angeschlagen. Die als wichtige Unterstützung dienende 38-Tage-Linie (aktuell bei 3,98 Euro) wurde signifikant unterschritten, der kurzfristige Aufwärtstrend seit Dezember ist gebrochen. Halt geben könnte dem Titel derzeit eine aus den Herbst-Hochs resultierende Linie, die bei 3,91 Euro verläuft, allerdings am Montag auf Schlusskursbasis unterschritten wurde. Darunter finden sich Unterstützungen im Bereich der November-Hochs bei 3,56 Euro sowie oberhalb dieser horizontalen Marke im Bereich der 90-Tage-Linie bei 3,65 Euro.

Korrektur mit Fortsetzung?

Sofern Infineon nicht am heutigen Dienstag die Kurve bekommt und oberhalb der Marke von 3,91 Euro schließt, droht kurzfristig eine Fortsetzung der Korrektur bis in den Bereich der 90-Tage-Linie bei 3,65 Euro. Das würde Kursverluste von gut fünf Prozent bedeuten. Neueinsteiger warten entsprechend eine Entscheidung ab, ehe sie sich positionieren. Wie es um die langfristigen Aussichten des Halbleiterkonzerns bestellt ist, hat DER AKTIONÄR im Rahmen des Spezialreports "Infineon nach 1.000 Prozent: Neue Rallye oder Absturz?" analysiert, den Sie hier abrufen können.

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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