Infineon
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Infineon-Aktie: Steht die 6.680-Prozent-Aktie vor einem Comeback?

Infineon – einst verprügelt, dann gefeiert. Jahrelang. Zwischen 2009 und 2018 zählte die Aktie des Münchener Halbleiterherstellers Infineon zu den besten Werten auf dem deutschen Parkett – indexübergreifend. Ihr Weg führte sie von 38 Cent (!) im Tief im Jahr 2009 bis hinauf auf 25,76 Euro im Juni des vergangenen Jahres. Ein Plus von 6.680 Prozent. Zuvor drohte dem Konzern die Pleite. Ein Comeback wie dieses haben Börsianer selten erlebt. Doch seitdem die Aktie besagtes Hoch erreicht hat, ist die Luft raus. Tiefpunkt seither: 15,76 Euro. Wie geht es jetzt weiter?
 
Fakt ist: Infineon hat zuletzt unter einem schlechten Sentiment gelitten. Die Halbleiterbranche gilt als einer der größten Verlierer im Handelsstreit zwischen den USA und China. Rückgänge beim Wirtschaftswachstum schlagen hier voll durch auf die Bilanzen der Sektor-Unternehmen. Dass die Kurse zuletzt wieder leicht gestiegen sind, liegt daher auch in erster Linie daran, dass Marktteilnehmer die jüngsten Äußerungen der Hauptakteure als Zeichen einer Besserung der Situation werten, mit ihnen die Hoffnung verbinden, der Handelsstreit könnte enden.
 
Die in jüngerer Vergangenheit veröffentlichten Analystenstudien lassen den Schluss zu, dass der Markt derzeit den wahren Wert von Infineon nicht wirklich erkennt. Credit Suisse, UBS und Deutsche Bank haben sich zuletzt positiv geäußert. Ihre (12-Monats-)Kursziele reichen von 22 bis 25 Euro, was einem Upside-Potenzial zwischen 19 und 35 Prozent entspricht. Bezogen auf alle Studien, die in diesem Jahr veröffentlicht wurden, stechen zwei heraus. Zu nennen sind hier Barclays als negativer Ausreißer, und Merrill Lynch als Gegenpol.
 
Barclays-Analyst Andrew Gardiner geht davon aus, dass der europäische Technologie-Hardware-Sektor ein herausforderndes Jahr 2018 hinter sich habe, mit einem schwachen vierten Quartal. Ein Trend, der seiner Auffassung nach auch im ersten Quartal 2019 seine Fortsetzung finden sollte. Im Rahmen seiner Branchenstudie hat er daher seine Prognosen für den gesamten Sektor reduziert. Kritisch aus Sicht von Infineon-Aktionären: Nach Ansicht von Gardiner birgt der Münchener Konzern das größte Risiko in sich, den Markt zu enttäuschen. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass der Barclays-Mann seine Einstufung auf "Underweight" belassen hat. Gleichzeitig senkte er das Kursziel von zuvor 18,50 Euro auf 17,25 Euro.
 
Den Gegenpol zu dieser negativen Studie bildet die Einschätzung von Merrill Lynch. Dort, wo Barclays Schwächen zu erkennen glaubt, sieht Merrill Lynch-Analyst John King Stärken. Infineon zähle ihm zufolge zu einem auserwählten Kreis von Tech-Werten, die Wachstum mit einem vernünftigen Kursniveau verbinden würden. Aufgrund unternehmensspezifischer Hebel sei Infineon besonders gut gegen eine etwaige gesamtwirtschaftliche Flaute geschützt. King traut dem Papier einen Anstieg bis auf 29 Euro zu, was einem Zugewinn um weit über 50 Prozent entsprechen würde. Und gleichzeitig den höchsten Kurs seit 2002 bedeuten würde.
 
Klarheit darüber, wo Infineon heute steht, erhalten Anleger am 5. Februar. Dann wird Infineon seinerseits über den Geschäftsverlauf im zurückliegenden Quartal berichten. Spätestens dann wird man sehen, wie sich Infineon wirklich geschlagen hat. Größeres Augenmerk wird dabei vermutlich ohnehin der Prognose gelten.
 
Gestern war Infineon der Trading-Tipp des Tages des AKTIONÄR. Wer ihn verpasst hat, kann ihn sich hier noch einmal ansehen. Im Erfolgsfall winken annähernd 40 Prozent Gewinn innerhalb der kommenden Wochen.
 

Dieser Beitrag ist in der heutigen Ausgabe des Börsen.Briefing. erschienen – dem neuen täglichen Newsletter des Anlegermagazins DER AKTIONÄR.

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