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Infineon - düstere Perspektiven

Der Halbleiterproduzent Infineon hat aufgrund des anhaltenden Preisverfalls bei Speicherchips einen höheren Quartalsverlust erlitten als von den Analysten erwartet. Der Ausblick für das dritte Quartal enttäuschte ebenfalls. Die Aktien tendieren schwach im frühen Geschäft.

Der Halbleiterproduzent Infineon hat aufgrund des anhaltenden Preisverfalls bei Speicherchips einen höheren Quartalsverlust erlitten als von den Analysten erwartet. Der Ausblick für das dritte Quartal enttäuschte ebenfalls. Die Aktien tendieren schwach im frühen Geschäft.

Von Martin Weiß

Der Münchener Speicherhersteller Infineon ist in seinem zweiten Quartal (März) stärker in die Verlustzone gerutscht als von Analysten erwartet. Wie der Konzern am Morgen meldete, beträgt der Fehlbetrag für den Zeitraum von Januar bis März 114 Millionen Euro oder 0,15 Euro pro Aktie, nach einem Überschuss von 39 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum und einem Plus von 142 Millionen Euro im Vorquartal.

Aktien unter Verkaufsdruck

Der Umsatz sank in der jüngsten Periode auf 1,61 Milliarden Euro und blieb damit ebenfalls hinter den Erwartungen der Marktprofis zurück. "Leider hat sich unsere vorsichtige Einschätzung zur Marktsituation als richtig erwiesen", sagte Vorstandschef Wolfgang Ziebart. Analysten hatten für das erste Quartal im Schnitt mit Erlösen von 1,62 Milliarden Euro und einem Verlust von 24 Millionen Euro kalkuliert. In ersten Reaktionen bezeichneten Händler sowohl das Ergebnis, als auch den weiteren Ausblick bei Infineon "enttäuschend". Die Aktien starten im Xetra-System mit kräftigen Abschlägen in den Handelstag und geben bei hohen Umsätzen 0,16 Euro oder 2,3 Prozent auf 6,94 Euro nach. Seit Jahresbeginn haben die Papiere 12,5 Prozent an Wert eingebüßt, auf Sicht von einem Jahr sind es sogar 41,7 Prozent.

Infineon vor Neubewertung

Und die Talfahrt könnte sich fortsetzen. Wie das Unternehmen in einer Stellungnahme sagte, werde für das dritte Quartal mit keiner nennenswerten Belebung der Nachfrage gerechnet. Auch was den Preisdruck in der Branche betrifft, gibt sich Infineon eher pessimistisch. Vor allen in den Bereichen Chipkarten, Speicher und Handy-Komponenten sei mit einer Fortsetzung des harten Wettbewerbs zu rechnen. Um die negativen Trends abzufangen, will Infineon nun die Maßnahmen zur Kostensenkung vorantreiben und verstärkt das Augenmerk auf unrentable Geschäftsbereiche legen. Das Analystenhaus Merck Finck & Co. hat nach Angaben von Dow Jones Newswire die kurzfristigen Aussichten für Infineon als "düster" bezeichnet, da die Bayern auch für das dritte Quartal mit einem erheblichen EBIT-Verlust rechneten. Mit Blick auf die Entwicklung kündigten die Analysten eine deutliche Reduzierung ihrer Ergebnisprognosen (aktuell: +0,21 Euro) an. Der Speicherchipbereich stehe möglicherweise am Beginn eines Abschwungs, so der zuständige Analyst. Aktuell beträgt der Preis für DRAM-Speicher rund 2,40 Dollar, während der Break-even-Preis noch bei 3,90 Dollar liege.

 

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