LIMELIGHT NET.INC
- DER AKTIONÄR

In Lauerstellung

Zumindest war es ein Einstand nach Maß: Am ersten Handelstag schossen die Papiere von Limelight um 48 Prozent in die Höhe und verbuchten damit den fünfthöchsten Tagesgewinn im IPO-Sektor in diesem Jahr. Die Nachfrage nach den Titeln war bereits im Vorfeld des Börsengangs so groß gewesen, dass das Bankenkonsortium um Goldman Sachs und Morgan Stanley die Preisspanne mehrmals erhöhen konnte. Keine Frage, Limelight ist „in“.

Mit Limelight hat einer der schärfsten Konkurrenten von Akamai den Sprung aufs Parkett gewagt. Hat die Aktie das Zeug zum Überflieger?

Zumindest war es ein Einstand nach Maß: Am ersten Handelstag schossen die Papiere von Limelight um 48 Prozent in die Höhe und verbuchten damit den fünfthöchsten Tagesgewinn im IPO-Sektor in diesem Jahr. Die Nachfrage nach den Titeln war bereits im Vorfeld des Börsengangs so groß gewesen, dass das Bankenkonsortium um Goldman Sachs und Morgan Stanley die Preisspanne mehrmals erhöhen konnte. Keine Frage, Limelight ist „in“.

Ungebremstes Wachstum

Der US-Konzern hat ein weltweites Servernetz installiert, das den mehr als 800 Kunden, darunter der Web 2.0-Veteran MySpace.com und der Medienkonzern Viacom, einen schnellen und verlässlichen Datentransport garantiert. Mehr als 4.000 Router und hunderte Kooperationspartner sorgen dafür, dass selbst speicherfressende Multimediainhalte, wie sie heutzutage gang und gäbe sind, binnen kürzester Zeit ausgeliefert werden. Damit das funktioniert, werden die Inhalte in den Routern zwischengespeichert. Fordert ein Nutzer dann beispielsweise ein Video an, erhält er es von demjenigen Server, der ihm am nächsten ist. Die infrastrukturelle Aufrüstung kostet Millionen, ist aber notwendig, denn allein bei Videoinhalten verdoppelt sich das Volumen alle drei bis vier Monate. Die Experten von Gartner schätzen, dass sich das Dollarvolumen bei Web-Video-Inhalten bis 2011 jährlich um 33 Prozent erhöhen wird.

Erste Gewinne 2008?

Limelight ist gut aufgestellt, um von diesem Wachstum zu profitieren. Schon in den vergangenen beiden Jahren wurden die Umsätze versechsfacht. Im ersten Quartal 2007 verbuchte die Firma Erlöse von knapp 23 Millionen Dollar. Die hohen Investitionskosten für die Hardware drückten allerdings auf das Ergebnis und führten in der Periode zu einem Verlust von 4,4 Millionen Dollar. Analysten bewerten Limelight dennoch überwiegend positiv. Paul Bard von Renaissance Capital etwa glaubt, dass die Firma als zweitgrößter Profiteur des Internetbooms die Umsätze pro Jahr um 50 Prozent wird steigern können. In diesem Fall könnten erstmals 2008 schwarze Zahlen geschrieben werden.

Limelights Netzwerk basiert auf zahlreichen eigenen Entwicklungen und ist kostengünstiger als das von Akamai. Ausgehend von der Annahme, dass sich das Datenvolumen entsprechend den Prognosen entwickelt, verfügt der Newcomer damit über einen Wettbewerbsvorteil. Zwar kontrolliert Akamai noch rund 80 Prozent des Marktes, aber der Druck auf den Veteran nimmt zu. Ein sicheres Zeichen: Trotz erstklassiger Zahlen im ersten Quartal hat das Management seine Ziele für 2007 nicht angehoben. Offensichtlich rechnen die Verantwortlichen mit einer Verschärfung des Wettbewerbs und möglicherweise Verlusten bei den Marktanteilen.

Teuer, aber gut

Limelight wird auf dem aktuellen Niveau mit dem Fünfzehnfachen der für 2007 erwarteten Umsätze bewertet. Das erscheint happig, zumal die Firma noch Verluste schreibt. Jedoch agiert Limelight innerhalb des Internets in einem der „heißesten“ Segmente und verfügt über glänzende Aussichten. Sobald sich die erste Euphorie gelegt hat und die Aktie ein wenig zurück kommt, sollten sich Anleger ein paar Stücke ins Depot legen.

Kursziel bei Limelight: 25,00 Euro. Stopp: 10,90 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 26/2007.

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