MEDAREX INC. DL-,01
- DER AKTIONÄR

In jedem Fall gewinnen

Die Hersteller therapeutischer Antikörper, die zu Medikamenten gegen alle möglichen Krankheiten weiterentwickelt werden können, sind heiß begehrt. Der Biotech-Gigant Amgen berappte mehr als 2,2 Milliarden Dollar für den Konkurrenten Abgenix – nur, um an dessen Antikörper Panitumumab zu kommen. Von dem potenziellen Krebsmittel verspricht sich Amgen zukünftige Milliardenumsätze.

Medarex entwickelt Antikörper-Medikamente. Allein und mit anderen. In beiden Fällen gewinnt das Unternehmen - und der Anleger.

Die Hersteller therapeutischer Antikörper, die zu Medikamenten gegen alle möglichen Krankheiten weiterentwickelt werden können, sind heiß begehrt. Der Biotech-Gigant Amgen berappte mehr als 2,2 Milliarden Dollar für den Konkurrenten Abgenix – nur, um an dessen Antikörper Panitumumab zu kommen. Von dem potenziellen Krebsmittel verspricht sich Amgen zukünftige Milliardenumsätze. Ähnlich dürfte die Denkweise bei AstraZeneca gewesen sein, als die Briten im Mai dieses Jahres Cambridge Antibody übernahmen.

Übernahmekandidat?

Einer der renommiertesten Antikörper-Produzenten ist die US-Firma Medarex. Sage und schreibe 32 der von Medarex hergestellten Antikörper befinden sich derzeit in klinischen Studien und werden dort auf ihre Eignung zur Therapie verschiedenster Erkrankungen getestet. Vier Projekte davon führt Medarex in Eigenregie durch, die anderen in Kooperation mit großen Namen wie Novartis, Bristol-Myers Squibb oder Amgen. Verlaufen diese Entwicklungen erfolgreich, scheint nicht ausgeschlossen, dass früher oder später einer der Partner die Übernahme von Medarex erwägt, um die Gewinne aus dem Verkauf der fertigen Produkte nicht teilen zu müssen. Als mögliche Aufkäufer sind im Markt immer wieder die Namen Bristol-Myers und Eli Lilly zu hören.

Gewinne ab 2009?

Doch auch für den Fall, dass Medarex eigenständig bleiben sollte, verheißen die Prognosen der Analysten Gutes: Für das laufende Jahr erwarten sie bei Medarex einen Umsatz von knapp über 50 Millionen Dollar, 2007 sollen es dann bereits mehr als 60 Millionen Dollar sein. Mit einer wahren Umsatzexplosion rechnen die Experten ab 2009. Dann sollen rund 248 Millionen Dollar durch die Medarex-Bücher gehen. Für 2009 rechnen die Analysten auch erstmals mit schwarzen Zahlen. Noch steckt das Unternehmen tief in der Verlustzone. So wird für das laufende ein Fehlbetrag von 1,43 Dollar je Aktie erwartet, der sich aufgrund anhaltend hoher Ausgaben für Forschung und Entwicklung 2007 nur unwesentlich verringern dürfte.

Auf Kaufniveau

Auf dem aktuellen Niveau ist der Einstieg bei Medarex attraktiv. Nicht zuletzt deshalb hat der aktionär die Aktie in der Vorwoche in sein langfristiges Musterdepot aufgenommen. Das Unternehmen überzeugt durch sein Geschäftsmodell und eine volle Produktpipeline. Hinzu kommt ein Schuss Übernahmefantasie. Das Kursziel beträgt auf Sicht von zwölf Monaten etwa 50 Prozent.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 40/2006.

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