TAG Immobilien
- DER AKTIONÄR

Im Windschatten

Vor etwa einem Jahr hat die TAG Tegernsee AG den Grundstein für das künftige Geschäft gelegt. Der bilanziellen Bereinigung – insbesondere durch die Abschreibung des Goodwills der defizitären Tochter JUS AG – folgten mehrere kleine Kapitalerhöhungen über insgesamt 49 Millionen Euro und im Sommer eine große über 160 Millionen Euro. Der finanziellen Sanierung schloss sich auch ein Strategieschwenk an.

Die strategische Neuausrichtung der TAG Tegernsee AG zeigt erste Erfolge. Im Zuge der REIT-Einführung dürften die Hamburger zu den Gewinnern gehören.

Vor etwa einem Jahr hat die TAG Tegernsee AG den Grundstein für das künftige Geschäft gelegt. Der bilanziellen Bereinigung – insbesondere durch die Abschreibung des Goodwills der defizitären Tochter JUS AG – folgten mehrere kleine Kapitalerhöhungen über insgesamt 49 Millionen Euro und im Sommer eine große über 160 Millionen Euro. Der finanziellen Sanierung schloss sich auch ein Strategieschwenk an. Vom ursprünglichen Geschäftsmodell, dem Kauf und Verkauf von Wohnimmobilien, hat sich die TAG gelöst, im Mittelpunkt steht nun die Entwicklung und Verwaltung des Immobilienbestands. Damit ist die TAG für die Einführung der G-REITs gerüstet, für die die Bundesregierung in der vergangenen Woche den ersehnten Gesetzentwurf auf den Weg gebracht hat.

Turnaround nachhaltig

Der Umbau des Immobilienkonzerns und die bilanzielle Bereinigung haben sich bereits ausgezahlt. Nach – restrukturierungsbedingt – horrenden Verlusten im Geschäftsjahr 2005 konnte die TAG in den ersten beiden Quartalen 2006 wieder schwarze Zahlen schreiben. Dabei verbesserte sich der Umsatz zum Halbjahr um 9,4 auf 45,2 Millionen Euro und das Vorsteuerergebnis von minus 2,6 auf 3,8 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der TAG-Vorstand einen Gewinn vor Steuern von sechs Millionen Euro. Die Umsätze dürften dabei in der Größenordnung von 120 Millionen Euro liegen.

Weitere Zukäufe

Mit den eingeworbenen Finanzmitteln soll das Immobilienportfolio in den nächsten Monaten weiter ausgebaut werden. Bisher konnte TAG zwei große Deals melden. Im Sommer haben die Hansestädter ein Immobilienpaket im Volumen von 105 Millionen Euro im Großraum München erworben, vor wenigen Tagen eine Wohnanlage in Düsseldorf für 15 Millionen Euro. Der erste Deal dürfte bereits ab dem dritten Quartal zum Ergebnis beisteuern, der zweite ab dem vierten. Dank der bisher getätigten und weiterer geplanter Zukäufe von Immobilienbeständen ist im nächsten Jahr mit einer deutlichen Umsatzausweitung zu rechnen. Analysten rechnen mit einem Umsatzwachstum auf rund 190 Millionen Euro, wobei ein Gewinn je Aktie von 0,90 Euro erwartet wird. Für weiteres Wachstum sollen geplante Portfolioakquisitionen von rund 800 Millionen Euro sorgen, wobei der Investitionsprozess bis Mitte des nächsten Jahres abgeschlossen sein soll. Den Planungen des Managements zufolge soll TAG dann eine Bilanzsumme von 1,4 Milliarden Euro erreichen.

Aufholjagd

Mit der Neuausrichtung und dem frischen Kapital hat TAG-Vorstand Ristow ein solides Fundament für eine nachhaltig positive Geschäftsentwicklung gelegt und den Immobilienkonzern REIT-fähig gemacht. Von der geplanten REIT-Einführung für Immobilienaktien in Deutschland hat TAG Tegernsee bisher am wenigsten profitiert, dürfte aber in deren Windschatten deutlich aufholen können – spekulativ kaufen!

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 46/2006.

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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