Illumina
- Michel Doepke - Volontär

Illumina: Genetische Sensation

Die US-Biotech-Firma Illumina setzt dank innovativer Sequenzierungstechnologien und künstlicher Intelligenz neue Maßstäbe. Nach einem schwierigen Jahr 2016 steht der Konzern vor dem Comeback.

In 20 Minuten 24,6 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung bei neun S&P-500-Titeln vernichten? Donald Trump hat es geschafft. Mit seiner ersten Rede nach seinem Wahlerfolg sorgte er für einen Kursrutsch bei Titeln der Pharma- und Biotech-Branche. Einmal mehr sind die hohe ausländische Produktion und der bereits im Wahlkampf durch Hillary Clinton thematisierte Medikamentenpreiswucher dem neuen US-Präsidenten ein Dorn im Auge. Von möglichen Verschärfungen profitieren in erster Linie also die Branchenvertreter, die für niedrigere Gesundheitsausgaben sorgen. Dabei führt kein Weg an dem Weltmarktführer für Next-Generation-Sequencing (NGS) namens Illumina vorbei.

Positiver Preisdruck

Die J.P. Morgan Healthcare Conference nahm Illumina zum Anlass, um ein wahres Newsfeuerwerk abzubrennen. Für Furore sorgte die neue NovaSeq-Reihe, mit der ein menschliches Genom (das gesamte Erbgut eines Menschen) in Zukunft wesentlich schneller und kosteneffizienter entschlüsselt wird. Nicht nur die erhöhte Geschwindigkeit um bis zu 70 Prozent lässt aufhorchen. Auch der Preis je Genomanalyse soll langfristig auf nur noch 100 Dollar rapide sinken. Zuletzt stagnierte die Preisentwicklung bei rund 1.000 Dollar je Erbgut. Welche Auswirkungen der Preis pro Entschlüsselung auf die Umsätze von Illumina hat, spricht Bände.

Kooperation mit IBM

Für weiteres Aufsehen sorgte eine Partnerschaft mit einem der führenden globalen Anbieter von intelligenten Anwendungen, IBM. Beide Firmen sagen dem Krebs den Kampf an. Kombiniert wird dabei Illuminas TruSight Tumor 170 mit dem Computersystem Watson von IBM. Watson hat Zugriff auf zahlreiche elektronische Krankendaten. Illumina kann hingegen mithilfe der Sequenzierungstechnologie punktgenau Mutationen im menschlichen Erbgut feststellen und analysieren. Der Clou an der Datenfusion: Aus den generierten Informationen lassen sich maßgeschneiderte Therapien und Medikationen ableiten. Dadurch verringern sich die Aufwendungen unter anderem im US-Gesundheitswesen enorm. Ein riesiger Markt, den es zu erschließen gilt: Laut IBM sind 20 Prozent aller Dia­gnosen in den USA falsch oder unvollständig. Hinzu kommen circa 1,5 Millionen Medikationsfehler – und das pro Jahr allein in den Vereinigten Staaten.

Immer mehr Global Player schätzen die Illumina-Technologien. So konnte auf der Konferenz mit dem niederländischen Konzern Royal Philips eine weitere strategische Allianz verkündet werden. Allerdings möchten sich viele andere Pharma- und Biotech-Firmen wie beispielsweise Roche oder die laufende aktionär-Empfehlung Qiagen ebenfalls ein Stück vom Kuchen abschneiden.

Illumina vs. Qiagen

Zwischen Qiagen und dem Platzhirsch Illumina sind die Fronten seit Längerem wegen eines Patentstreits um ein NGS-Produkt verhärtet. Im September 2016 konnten die Amerikaner einen Teilerfolg erzielen: Ein kalifornisches Bezirksgericht gab dem Antrag von Illumina auf einstweilige Verfügung statt. Qiagen-CEO Peer M. Schatz beruhigte daraufhin seine Ak­tio­näre: „Der Fall betrifft auch nur die USA, sodass Kunden in allen anderen Regionen der Welt weiterhin das GeneReader NGS System erwerben und nutzen können“, so Schatz. Unabhängig vom Patentstreit bleibt Qiagen im Hinblick auf mögliche Preisbegrenzungen vonseiten Trumps ein großer Profiteur der Branche.

Illumina mit Nachholpotenzial

Mit neuen Partnerschaften und Technologien startet die Biotech-Firma in eine neue Dimension. Auch der europäische Vertreter Qiagen sollte langfristig von einer anhaltenden starken Nachfrage im Diagnostik- beziehungsweise NGS-Markt profitieren. Sicherlich sind beide Aktien im Bezug auf das KGV (Illumina KGV von 55 und Qiagen von 39) hoch bewertet – angesichts der Zukunftsperspektiven jedoch zu Recht. Für spekulative Anleger bilden beide Titel eine attraktive Depotbeimischung.

Dieser Artikel erschien bereits in der Ausgabe 04/017 von DER AKTIONÄR.

 


 

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Autor: Steyer, Sebastian

ISBN: 9783864700453
Seiten: 176
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