IBM
- Werner Sperber - Redakteur

IBM: Ganz einfach unterbewertet; Börsenwelt Presseschau II

Die Experten von Prof. Dr. Max Ottes "Privatinvestor" erklären, International Business Machines (IBM) hat sich nach vielen Neuorientierungen seit der Gründung im Jahr 1910 zu einem der führenden Unternehmen für Hardware, Software und Dienstleistungen in der Informationstechnologie (IT) entwickelt. IBM bietet Beratungs-, IT- und Cloud-Dienstleistungen sowie Finanzierungen an (Cloud bedeutet, Software und Rechnerkapazitäten nicht mehr auf dem Computer zu installieren sondern in einem Netzwerk vorzuhalten). Durch die schiere Größe des Konzerns und des entsprechenden Netzwerkes hat der Konzern einen Wettbewerbsvorteil. Der Vorstand erwartet Wachstum in den Geschäften mit der Analyse von Firmenabläufen (Business Analytics), dem Geschäft mit Unternehmen, welche Firmenabläufe ausschließlich oder ergänzend über tragbare, internetfähige Endgeräte abwickeln (Mobile Enterprise), Geschäften die sich aus dem gemeinsamen Verhalten von miteinander über das Internet in Wechselbeziehung stehenden Menschen ergeben (Social Computing), dem weiteren Erschließen neuer Regionen und eben dem Cloud Computing. IBM gliedert das Geschäft in die fünf Sparten "Global Technology Services (IT-Infrastruktur- und Geschäftsprozess-Dienstleistungen)", "Global Business Services (Unternehmensberatungen)", "Software", "Systems and Technology (IT-Infrastrukturlösungen)" und "Global Financing (Finanzierungen und Leasing)".

Im vergangenen Jahr sanken der Umsatz um 5,7 Prozent und der Gewinn um 27,1 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, IBM verkaufte das Geschäft mit kleinen Computerservern und Halbleitern (Microelectronics). Zudem schrieb IBM 4,7 Milliarden Dollar auf Microelectronics ab. Wenn nur das fortgeführte Geschäft betrachtet wird, sank der Ertrag um 6,5 Prozent. Dieser Rückgang ist auch dem Wachstum des Cloud-Geschäfts geschuldet, das sich negativ auf den Umsatz mit Hardware auswirkt. Diesen Umsatzrückgang hat das stark wachsende Cloud-Geschäft nicht ausgeglichen. Um Sparten-Verkäufe und Währungseffekte bereinigt sank der Umsatz in Amerika um vier Prozent, in Europa/Naher Osten/Afrika um ein Prozent und in Asien/Pazifik um zwei Prozent. Auch aufgrund der Aktienrückkäufe erwartet der Vorstand für das laufende Jahr einen Anstieg des Gewinns je Aktie um sechs Prozent bei einem gleichbleibenden Umsatz. Bis sich die hohen Investitionen in die als Wachstumsmärkte angesehenen Sparten auszahlen, dürfte es noch einige Zeit dauern. Das Management hat die Zeichen der Zeit erkannt und baut nun mit Hochdruck den Konzern um.

Auch wenn der Umsatz in den vergangenen zehn Jahren lediglich gleich geblieben ist, stieg der Gewinn um durchschnittlich 4,6 Prozent pro anno. Die Gesamtkapitalrendite liegt bei 9,5 Prozent. Die Sachinvestitionen liegen bei nur 23 Prozent des Cashflows. Sie reduzierten sich in den vergangenen Jahren. Die Eigenkapitalquote sank allerdings auch von 31,3 auf 10,2 Prozent, was die Abhängigkeit von Banken erhöht. Für das laufende Jahr gelten folgende geschätzte Bewertungszahlen: KBV 13,2, KUV 1,7, Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) 8,6, KGV 9 und eine Dividendenrendite von 2,9 Prozent. Damit bleibt IBM unterbewertet.

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