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I love you, Michelangelo!

Ganze Dramen spielen sich mitunter ab vor dem Computer, etwa wenn sich ein Virus auf der Festplatte eingenistet hat. Ein lohnendes Geschäft für den Softwaregiganten Trend Micro.

I love you, Sasser, Melissa, Michelangelo – wer kennt sie nicht, die Namen der berühmtesten Computerschädlinge. Sie sind zum Synonym geworden für Software, die sich viren- und würmergleich oder wie trojanische Pferde ihren Weg durch das Internet bahnt und auf Festplatten von Heimcomputern und Servern von Unternehmen ganze Arbeit leistet: Datenspeicher löschen, Passwörter abfischen, geheime Daten einlesen, um nur einiges zu nennen. Diese Viren, Würmer und Trojaner genannten Programme sind zur größten Plage der Internetgemeinde mutiert – und gleichzeitig zur großen Chance für Virenschutzanbieter.

Computerarzt gegen Virenbefall

Mit an vorderster Front gegen die Schädlinge kämpft Trend Micro. Der japanische Softwareproduzent ist der drittgrößte Anbieter von Virenschutzprogrammen, hinter den US-Konkurrenten Symantec und McAfee. Gegründet im Jahr 1988 von dem gebürtigen Taiwanesen Steve Chang hat der Softwareriese seinen Hauptsitz in Tokios tren- digstem Viertel Shibuya. Mit Niederlassungen in mehr als 30 Ländern und rund 1.800 Mitarbeitern ist der Konzern weltweit verzweigt. Zu den beliebtesten Produkten zählen Klassiker wie InterScan VirusWall, PC-cillin und ScanMail. Im dritten Quartal dieses Jahres verzeichnete Trend Micro einen konsolidierten Nettoumsatz von umgerechnet 137 Millionen Euro – ein Plus von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Ertrag erreichte 52 Millionen Euro, der Gewinn 33 Millionen. Das entspricht in etwa den Zahlen aus dem Vorjahr.

Neue Konkurrenz

Ende 2004 und Anfang 2005 geriet die Trend-Micro-Aktie allerdings ziemlich unter Verkaufsdruck. Ursache: fehlerhafte Software. Auch die Ankündigung von Microsoft-Chef Bill Gates, in großem Stil in den Virenschutz einzusteigen, ließen den Aktienkurs schwächeln. Doch Trend-Micro-Gründer Chang bleibt gelassen. Das Unternehmen sei mit neuen Technologien gegenüber Microsoft weit voraus, sagte er. Analysten rechnen fürs Jahr 2006 mit einem Gewinn von umgerechnet 1,06 Euro die Aktie, allerdings noch beeinflusst von den Meldungen über Fehlersoftware. Ist dieser Einfluss vom Tisch, sollten die Prognosen zügig ansteigen.

Fazit

Am Branchenriesen Trend Micro kommt der Markt für Schutzsoftware nicht vorbei. Die Gesamtentwicklung zum Jahresausklang lässt Gates und Fehlersoftware vergessen. Neue Technologien und Produkte sollten sich übers Jahr in stabilen Kurszuwächsen niederschlagen.

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