O'CHARLEY'S INC.
- DER AKTIONÄR

Hungrig nach Profit

Die US-Restaurantkette O’Charley’s war durch schwache Margen, renovierungsbedürftige Gaststätten und einen harten Preiskampf in Turbulenzen geraten. Nun hat ein neues Management die Wende eingeläutet. Zwar fällt die operative Umsatzrendite mit vier Prozent immer noch mager aus – vergleichbare Wettbewerber weisen im Schnitt eine Marge von neun Prozent auf –, doch O’Charley’s-Vorstandschef Greg Burns lässt derzeit die Filialen renovieren.

Die Restaurantkette O’Charley’s hat etliche hausgemachte Probleme. Dabei ist das Gaststättengeschäft ein Wachstumsmarkt.

Die US-Restaurantkette O’Charley’s war durch schwache Margen, renovierungsbedürftige Gaststätten und einen harten Preiskampf in Turbulenzen geraten. Nun hat ein neues Management die Wende eingeläutet. Zwar fällt die operative Umsatzrendite mit vier Prozent immer noch mager aus – vergleichbare Wettbewerber weisen im Schnitt eine Marge von neun Prozent auf –, doch O’Charley’s-Vorstandschef Greg Burns lässt derzeit die Filialen renovieren. Zudem richtet der Konzern die Menüs auf eine neue Zielgruppe aus: Nachdem er früher die preisbewusste Familie anvisiert hatte, will er nun mehr auf Qualität setzen und weniger preissensitive Kunden locken. Das Programm „Kids eat free“ (Kinder essen umsonst) soll gestrichen werden.

Drei Geschäftsfelder

Die 1983 aus einem Irish Pub entstandene Kette O’Charley’s ist mittlerweile zu einem Imperium von 239 Restaurants angewachsen, die weder Fast Food noch Haute Cuisine auftischen, sondern traditionelle amerikanische Küche: Hamburger, Hähnchen, Pommes, Steak. Eine Mahlzeit kostet im Schnitt zwölf Dollar. Ebenfalls zum Unternehmen gehören die 114 Filialen der etwas moderneren Kette Ninety Nine, wo die Kunden durchschnittlich 14 Dollar je Essen berappen. Zudem betreiben die Nashviller zehn Steakhäuser. Alle drei Sparten dehnt die Führungsspitze stetig mit Neueröffnungen aus.

Keine Stoffservietten mehr

Kosteneinsparungen stehen derzeit ganz oben auf Greg Burns’ Liste. So ließ er die Stoffservietten durch feste aus Papier ersetzen. Mit den Getränkelieferanten handelte er zudem günstigere Konditionen aus. Und er strich auf der Holdingebene Stellen, kürzte die Krankenversicherungskosten für die Mitarbeiter und änderte die Bonuszahlungen für das Management. Ein effizienteres Zuliefersystem soll ebenfalls helfen, die Ausgaben zu drücken. Finanzvorstand Larry Hyatt sagte dem AKTIONÄR, dass die hauseigene Lebensmittelfabrik (Fleisch, Suppen, Salatdressings) mit rund 300 Beschäftigten eventuell zur Disposition stehe. „Vermutlich wird der Warenbezug von einem externen Dienstleister übernommen“, so Hyatt. Dank solcher Sparmaßnahmen steigt der freie Barmittelzufluss. Mit diesem Geld will Hyatt neue Restaurants bauen. Zudem denkt er über den Rückkauf von Aktien oder die Ausschüttung einer Dividende nach.

Sparprogramm wirkt

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um sechs Prozent auf 990 Millionen US-Dollar. Netto blieben 18,9 Millionen beziehungsweise 0,80 US-Dollar je Aktie. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand 1,00 bis 1,10 Dollar je Anteilschein an. Im Folgejahr rechnet der aktionär mit einem Sprung auf 1,35 Dollar, weil bis dahin alle Maßnahmen voll durchschlagen sollten. Das 2008er-KGV von 17 und das Aufholpotenzial gegenüber der weitaus höher taxierten Konkurrenz machen die Aktie schmackhaft.

Kursziel bei O’Charley’s: 23,00 Euro. Stopp: 11,60 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 18/2007.

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