Hugo Boss
- Tamara Bauer - Redakteurin

Hugo Boss: Die Shoppinglust ist dahin – das müssen Anleger jetzt wissen

Schock bei Hugo Boss. Der Modekonzern hat seine Bücher geöffnet und wird im laufenden Jahr einen heftigen Gewinnrückgang ausweisen. Damit hören die schlechten Nachrichten allerdings nicht auf.

Hugo Boss hat seine Bilanz fürs zweite Quartal vorgelegt und schwächelt wie erwartet. Der Umsatz ist um vier Prozent von 647 Millionen Euro auf 622,1 Millionen Euro zurückgegangen. Analysten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang auf 609 Millionen gerechnet. Der Nettogewinn beläuft sich auf 11,1 Millionen Euro, erwartet wurden 35 Millionen. Im gleichen Vorjahreszeitraum wies das Unternehmen noch 71 Millionen Euro aus – ein Rückgang von 85 Prozent.

Zu schnell, zu viel

Hugo Boss hatte in der Vergangenheit ein zu hohes Tempo hingelegt und zu schnell expandiert. Ein verhängnisvoller Fehler, wie sich jetzt herausstellt. Der stete Kundenrückgang führt vermehrt zu Ladenschließungen in China und in den USA. Außerdem dämpft die Angst vor Terroranschlägen die Kauflust asiatischer Touristen, die nach Europa oder Amerika kommen.

Das hat heftige Auswirkungen auf das laufende Geschäftsjahr: Der Metzinger Modekonzern schraubt seine Umsatzerwartungen zurück und erwartet einen deutlichen Gewinnrückgang. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird um 17 bis 23 Prozent zurückgehen. Der Umsatz werde den Planungen zufolge währungsbereinigt bestenfalls stabil bleiben und im schlimmsten Fall um bis zu drei Prozent zurückgehen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Bislang hatte der Konzern einen Ergebnisrückgang von mindestens zehn Prozent in Aussicht gestellt. Der Umsatz sollte den vorigen Planungen zufolge noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. "Um mittelfristig wieder profitabel zu wachsen, haben wir auch Entscheidungen getroffen, die zunächst einmal schmerzhaft sind", sagte der neue CEO Mark Langer.

Schwieriges Marktumfeld

Die Aktie von Hugo Boss verlor nach Bekanntgabe der Zahlen bei Lang & Schwarz noch 0,5 Prozent. Zu Handelsbeginn schossen die Papiere allerdings über vier Prozent ins Plus. Analysten und Anleger hatten bereits mit enttäuschenden Zahlen gerechnet. Die schwache Bilanz war demnach schon im Kurs eingepreist. In absehbarer Zeit wird es allerdings ein schwieriges Marktumfeld für die Papiere des Modekonzerns bleiben. Investierte Anleger bleiben dabei, denn an der Dividendenrendite von 3,3 Prozent sollte sich vorerst nichts ändern.


(Mit Material von dpa-AFX)

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