ZYNGA
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Hot-Stock Zynga: Ist die Rallye vorbei?

35 Prozent Kursgewinn in vier Tagen, gestern der Absturz - keine Aktie in New York ist so "heiß" wie Zynga, keine zerrt aber auch so sehr an den Nerven der Anleger. Dabei gilt: Alles ist möglich!

Binnen weniger Wochen, um genau zu sein seit Anfang Februar, hat sich die öffentliche Meinung für Zynga von "Aus die Maus" zu "Comeback-Story 2013" gewandelt. Besser als erwartete Q4-Zahlen und die Aussicht auf eine Expansion in den lukrativen Markt für Online-Glücksspiele, haben zu einem Ansturm auf die Aktie geführt und den Kurs um 35 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Am Dienstag wurde der Überflieger unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück geholt: Die Aktie brach um 11 Prozent ein.

Keine Nachrichten sind gute Nachrichten - oder doch schlechte?

Für den Absturz auf 3,24 Dollar findet sich auch bei genauerem Hinsehen kein Auslöser. In einschlägigen US-Foren wird deshalb spekuliert, dass die Investoren auf eine anstehende Firmennews gewettet hätten - die Wette ging nach hinten los und die Aktie stürzte ab. DER AKTIONÄR meint: Denkbar, aber reine Spekulation und deshalb so gut wie jeder andere Erklärungsversuch.

Unbestritten ist, dass Zynga hoch spekulativ bleibt. Der Game-Entwickler befindet sich in einer schwierigen Übergangsphase. Firmengründer Mark Pincus sieht die Zukunft von Zynga im mobilen Internet und hat das Motto "Mobile first" ausgegeben. Im jüngst veröffentlichen Zahlenwerk (Q4) zeigten sich nun erste Erfolge der neuen Strategie: Die Zahl der Mobile-Gamer/Monat kletterte um 80 Prozent auf 72 Millionen.

Der eigentliche Kick bei der Zynga-Story bleibt aber das Online-Glücksspiel. Pincus meldete einen Zuwachs beim Online-Poker auf 37 Millionen Spieler/Monat. "2013 werden wir neue Spiele wie Elite Slots einführen", kündigte er in einer Pressekonferenz zudem an. "Im ersten Halbjahr werden wir mit einem Vollprogramm für Echtgeld-Glücksspiele in Großbritannien starten."Im US-Heimatmarkt bemüht sich Zynga derzeit um eine Glücksspiellizenz für Nevada. Aus New Jersey heißt es, dass man offen für eine Legalisierung sei - ein weiterer potenzieller Markt für Pincus.

Gelingt es Zynga, seine Millionen Hobbyspieler (kein Geldeinsatz) an die Echtgeldtische zu locken, winken hohe Umsätze und Gewinne.

Fazit: Die Zynga-Aktie zählt seit Anfang Februar zu den meist gehandelten Titeln an der Wall Street, teilweise gehen bis zu 100 Millionen Stücke um - am Tag. Der Umstand, dass der Kurseinbruch am Dienstag abermals unter hohem Volumen erfolgte, spricht dafür, dass Zynga "heiß" bleibt - und die Korrektur von kurzer Dauer ist. Charttechnisch hat das Papier zunächst einmal Luft bis rund fünf Dollar. Anleger auf der Suche nach einer guten Story können die Korrektur deshalb zum Einstieg nutzen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Zynga: Kurssprung – trotz roter Zahlen

Vor einiger Zeit hat Zynga mit Facebook-Spielen wie „FarmVille“ Millionen Menschen in den Bann gezogen. Doch dem Unternehmen ist es bislang nicht gelungen, an den früheren Erfolg anzuknüpfen. Das macht sich auch in der Quartalsbilanz bemerkbar. Jetzt greift Gründer Mark Pincus zu drastischen … mehr