- DER AKTIONÄR

Home, sweet Homestore

Der US-Immobilienmarkt boomt und das Interesse an neuen Angeboten ist scheinbar grenzenlos. Von dieser Entwicklung profitiert nun auch Homestore.com. Ernsthafte Konkurrenten sind unterdessen nicht in Sicht.

Der US-Immobilienmarkt boomt und das Interesse an neuen Angeboten ist scheinbar grenzenlos. Von dieser Entwicklung profitiert nun auch Homestore.com. Ernsthafte Konkurrenten sind unterdessen nicht in Sicht.

Von Martin Weiß

Es sind die profanen Dinge des Lebens, die durch das Internet noch etwas angenehmer geworden sind: Musik hören, beispielsweise, oder nach Angeboten für Gebrauchtwagen stöbern. Was vor gerade einmal zehn Jahren noch mit einem erheblichen Aufwand verbunden war, ist heute eine Sache von Minuten. Was mit Autos funktioniert, müsste auch mit Immobilien gehen, dachten sich die Homestore-Gründer und entwickelten ein Internetportal rund um das Thema Immobilien.

Neun Millionen Besucher

Das Geschäftsmodell von Homestore.com ist eigentlich simpel: Auf der Seite werden Immobilienmakler und Kunden auf der Suche nach einem neuen Zuhause zusammengeführt. Dabei belässt es die Gesellschaft nicht bei einer einfachen Startseite mit ein paar hübschen Bildchen. Ziel ist es vielmehr, auf alle Fragen rund um das Thema Miete, Eigentum und Finanzierung eine erschöpfende Antwort parat zu haben. Homestore.com will eine One-Stop-Shopping-Lösung für den Kunden sein - und ist es auch. Sämtliche Seiten und Rubriken eingeschlossen, bringt es die Gesellschaft auf neun Millionen Einzelkunden, die sich pro Monat informieren.

Ansturm auf die Aktien

Ende Juli entfernte sich der Aktienkurs zunächst von seinen Tiefstständen bei rund zwei Dollar und kletterte zügig bis auf drei Dollar, nur um Anfang August mit einem lauten Knall aus der Seitwärtsrange auszubrechen. Binnen zweier Monate hat sich der Aktienkurs des Unternehmens damit verdoppelt. Insbesondere die letzte Rallye wurde von enormen Handelsumsätzen von mehreren Millionen Stücken begleitet. Hintergrund der Euphorie: Homestore.com hat für das zweites Quartal 2005 überraschend den Sprung in die Gewinnzone gemeldet - und es sieht so aus, als sollte die Firma nachhaltig profitabel wirtschaften.

Prognosen erhöht

In der Berichtsperiode verbesserte sich der Umsatz um 16 Prozent auf 63 Millionen Dollar, gleichzeitig verbuchte die Gesellschaft einen Gewinn von 3,3 Millionen Dollar (Vorjahr: minus 4,4 Millionen). Für das Gesamtjahr haben die Analysten mittlerweile ihre Prognosen kräftig von minus 0,06 Dollar auf plus 0,03 Dollar nach oben geschraubt. Im Jahr 2006 soll sich der Profit bei einem Umsatzanstieg um 14 Prozent auf 285 Millionen Dollar mehr als verdreifachen, und zwar auf 0,11 Dollar pro Aktie.

Wo ist die Konkurrenz?

Die Aktien sind mit einem 06er-KGV von 35 kein Schnäppchen, bei genauerer Betrachtung erscheint die happige Bewertung aber gerechtfertigt. Ohne nennenswerte Konkurrenz wird Homestore.com seine Marktstellung und damit auch die Marktmacht weiter festigen, was dann zu steigenden Profiten führt. Charttechnisch könnte ein kleiner Rücksetzer in den Bereich um 3,50 Dollar erfolgen. Spätestens diese Schwäche sollten Anleger zum Positionsaufbau nutzen.

Artikel aus DER AKTIONÄR 37/05

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV