Microsoft
- DER AKTIONÄR

Hoffnungslos optimistisch

Er hatte zwar erst vor wenigen Wochen auf einer Messe in Las Vegas seinen Abschied aus dem operativen Geschäft von Microsoft angekündigt. Trotzdem scheint klar, dass die Meinung von Bill Gates auch weiterhin aufhorchen lassen dürfte.

Beim jüngsten Crash an der Börse war die Aktie von Microsoft relativ glimpflich davongekommen. Die Zahlen des Softwarekonzerns für das zweite Quartal haben dem Markt recht gegeben.

Er hatte zwar erst vor wenigen Wochen auf einer Messe in Las Vegas seinen Abschied aus dem operativen Geschäft von Microsoft angekündigt. Trotzdem scheint klar, dass die Meinung von Bill Gates auch weiterhin aufhorchen lassen dürfte. Eine Meinung wie die etwa, die der 52-Jährige letzte Woche gegenüber der Bild-Zeitung vertrat: „Die US-Konjunktur könnte in den nächsten Jahren stark bleiben, weil der technische Fortschritt sie immer mehr antreibt.“

Besser als erwartet

Als wollte der Konzern dem Optimismus seines Gründers Nachdruck verleihen, trumpfte Microsoft einen Tag später mit starken Quartalszahlen auf: Der Softwareriese steigerte den Gewinn im zweiten Jahresviertel (per Ende Dezember) um nahezu 80 Prozent auf 4,71 Milliarden Dollar oder 0,50 Dollar pro Aktie (Vorjahr: 2,63 Milliarden Dollar/0,26 Dollar). Der Durchschnitt der Analysten hatte im Vorfeld mit nur 0,46 Dollar pro Aktie gerechnet. Auch beim Umsatz überraschte Microsoft positiv: Die Erlöse lagen mit 16,37 Milliarden Dollar um 31 Prozent höher als im Vorjahr (15,95 Milliarden Dollar).

Prognose angehoben

Das starke Ergebnis, das Microsoft nach eigenen Angaben vor allem den guten Absätzen des Betriebssystems Windows und der Spielkonsole Xbox 360 verdankt, nahm der Konzern aus Redmond auch gleich zum Anlass, die Erwartungen für das Gesamtjahr, das im Juni endet, nach oben zu schrauben. Microsoft will in diesem Zeitraum zwischen 59,9 und 60,5 Milliarden Dollar umsetzen und zwischen 1,85 und 1,88 Dollar pro Aktie verdienen. Noch im Oktober hatte das Unternehmen mit Umsätzen zwischen 58,8 und 59,7 Milliarden Dollar gerechnet.

Im Interview mit der Bild-Zeitung sagte Gates übrigens auch, dass er zwar in Zukunft wie erwartet in erster Linie für seine Stiftung zur Bekämpfung von Armut und Krankheit tätig sein werde. Er räumte aber ein, dass er – und das war neu – Microsoft „erhalten bleiben“ werde. Das wiederum dürfte bei den Aktionären für Optimismus sorgen.

Fazit

Vor dem Hintergrund der jüngsten Zahlen und des Ausblicks von Microsoft bestätigt DER AKTIONÄR seine Kaufempfehlung aus Ausgabe 04/08 und erhöht das Kursziel auf 31,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 06/2008.

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