Hochtief
- Markus Bußler - Redakteur

Hochtief: Hedgefonds als Rettung?

Es ist ruhig geworden im Übernahmepoker zwischen ACS und Hochtief. Doch hinter den Kulissen arbeiten beide Lager weiter an ihren Strategien. Doch Hochtief scheint die deutlich schlechteren Karten zu haben. Die EU-Kommission hat die Übernahme bereits abgesegnet.

Das Vorhaben gebe keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken, da die Unternehmen größtenteils in unterschiedlichen Ländern agieren, teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit. Die Übernahme wird nach Ansicht der Kommission weder den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum noch in einem wesentlichen Teil desselben beeinträchtigen.

Keine Überraschung

Die Genehmigung der Behörde ist keine Überraschung. Auf europäischer Ebene agieren die beiden Konzerne tatsächlich in geografisch unterschiedlichen Gebieten. Hochtief ist vor allem in Deutschland tätig, ACS hat sein Hauptgeschäftsfeld in Spanien. Interessanter ist allerdings ein Bericht des Handelsblatts, wonach Hedgefonds angeblich versuchen, Anteile von Hochtief aufzukaufen, die bereits ACS angedient worden sind. Damit könnten sie den Anteil von ACS an Hochtief wieder unter 30 Prozent drücken.

Klingt auf den ersten Blick utopisch. Warum sollten Hedgefonds so etwas tun? Und vor allem: Könnten sie das überhaupt? Um die zweite Frage zuerst zu beantworten: Ja, sie könnten. Hochtief-Aktionäre haben bis zum 28. Januar ein Widerspruchsrecht und können die ACS offerierten Aktien anderweitig verkaufen. Für den einen oder anderen Fonds könnte das auch sinnvoll sein. Immerhin könnten sie bereits Anteilsscheine von Hochtief im Portfolio haben und könnten verärgert über das alles andere als attraktive Umtauschangebot von ACS sein. Zudem ist noch immer nicht klar, welche Strategie Katar als Großaktionär verfolgt. Theoretisch könnte auch das Emirat hinter solchen Käufen stehen.

Dennoch hat ACS derzeit die besseren Karten im Poker: Den Spaniern ist Dank der Hilfe des US-Fonds Southeastern Asset Management der Sprung über die Hürde von 30 Prozent geglückt. Anschließend können die Spanier ungehindert über die Börse zukaufen. Anleger sollten dennoch weiter an ihren Papieren festhalten. Die Börse dürfte ein solches Szenario bereits eingepreist haben. Spannend dürfte es in den kommenden Wochen ohnehin werden. Der Verkauf beziehungsweise Börsengang der Concessions-Sparte sollte für Bewegung bei der Aktie sorgen.

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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