Hochtief
- Markus Bußler - Redakteur

Hochtief: Eine Enttäuschung?

Seit Wochen kennt die Aktie des Baukonzerns Hochtief nur eine Richtung: die nach oben. Doch mit den heute vorgelegten Zahlen hat das Unternehmen die Schätzungen der Analysten verpasst. Doch Dank der australischen Tochter Leighton ist dem Konzern zumindest der Sprung zurück in die Gewinnzone gelungen.

„Verfehlte Erwartungen für das abgelaufene Jahr sowie ein enttäuschender Ausblick auf das Jahr 2013 sollten bei den Aktien ihre Spuren hinterlassen", sagte ein Börsianer laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Für das laufende Geschäftsjahr peilt Hochtief einen Zuwachs beim Vorsteuerergebnis und Konzernergebnis zwischen 10 und 20 Prozent an.

Die Zahlen im Überblick

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete Hochtief beim Auftragseingang ein Plus von 24,1 Prozent. Der Auftragsingang erreichte einen neuen Spitzenwert von 31,49 Milliarden Euro. Die Leistung kletterte um 15,1 Prozent auf 29,69 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern summierte sich auf 546,4 Millionen Euro. Im Vorjahr stand hier noch ein Minus von 127 Millionen Euro. Der Konzerngewinn lag bei 158,1 Millionen Euro. Nachdem im Vorjahr die Dividende ausgefallen ist, plant Hochtief für das laufende Jahr eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie.

Das Management machte auch Aussagen zur weiteren Strategie. Dabei will Hochtief einige Bereich verkaufen. So steht unter anderem die Telekomsparte der Tochter Leighton auf der Verkaufsliste. Aber auch in Europa will der Konzern reinen Tisch machen. Der Essener Baukonzern Hochtief will seine Servicesparte in Europa komplett verkaufen. Das Geschäft zeichne sich durch stabile Renditen aus, passe jedoch nicht mehr zum strategischen Fokus des Konzerns, teilte die im Mdax notierte Gesellschaft am Donnerstag in Essen mit. Das Servicegeschäft macht Branchenkennern zufolge etwa die Hälfte des Umsatzes in Europa aus. Zudem prüft Hochtief strategische Optionen für seine Projektentwicklung im Europa-Geschäft. Denkbar sei eine strategische Partnerschaft, hieß es. Die bereits vor Jahren geplanten Verkäufe - das Flughafengeschäft und die Immobilientochter Aurelis - will der neue Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes wieder verstärkt in Angriff nehmen.

Viele Börsianer hatten nach der Übernahme durch ACS mit einer Zerschlagung des Unternehmens gerechnet. Zwar scheint Fernandez Verdes derzeit die Tochter Leighton noch nahezu unangetastet zu lassen. Doch im Europageschäft gibt es empfindliche Einschnitte. Auf lange Sicht dürfte damit die Profitabilität gesteigert werden. Investierte Anleger bleiben an Bord. Noch nicht investierte Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont  können etwaige Kursrücksetzer heute zum Aufbau einer Position nutzen.

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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