Bilfinger
- DER AKTIONÄR

Hochbetrieb am Bau

Erhöhte Prognosen, Rekord beim Auftragseingang und eine günstige Bewertung – doch das alles nützt der Aktie von Bilfinger Berger momentan nichts, um dem Abwärtssog der laufenden Korrekturphase zu entkommen. Die MDAX-Aktie hat mit Einbußen von 30 Prozent vom letzten Hoch sogar deutlich mehr korrigiert als der Index – ein negatives Signal oder eine willkommene Gelegenheit zum Einstieg?

Beim Baukonzern Bilfinger Berger laufen die Betonmischer auf Hochtouren. Bietet die jüngste Korrektur eine neue Einstiegschance?

Erhöhte Prognosen, Rekord beim Auftragseingang und eine günstige Bewertung – doch das alles nützt der Aktie von Bilfinger Berger momentan nichts, um dem Abwärtssog der laufenden Korrekturphase zu entkommen. Die MDAX-Aktie hat mit Einbußen von 30 Prozent vom letzten Hoch sogar deutlich mehr korrigiert als der Index – ein negatives Signal oder eine willkommene Gelegenheit zum Einstieg?

10-Milliarden-Polster

Aus operativer Sicht könnte es für die Mannheimer kaum besser laufen. Der zweitgrößte Baukonzern Deutschlands hat nach einem kräftigen Gewinnsprung im ersten Halbjahr seine Gewinnprognosen für das Gesamtjahr erhöht. Die Gesamtleistung für 2007 erwartet Konzerchef Herbert Bodner bei rund 8,9 Milliarden Euro, was einer Steigerung um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Nettoergebnis soll deutlich stärker wachsen und über dem ursprünglich kommunizierten Ziel von 100 Millionen Euro liegen. Die Analysten von M.M. Warburg etwa erwarten einen Überschuss von knapp 129 Millionen Euro. Für Zuversicht sorgt vor allem der Rekordwert beim Auftragsbestand, der um 25 Prozent auf über zehn Milliarden Euro angewachsen ist. Einen maßgeblichen Anteil daran hat ein Großauftrag aus Katar, den Bilfinger Berger im zweiten Quartal an Land ziehen konnte. Der Konzern soll in Doha einen kompletten Stadtteil für 20.000 Einwohner bauen – ein Projekt im Volumen von über einer Milliarde Euro.

Margen steigen

Aufgrund des dicken Auftragspolsters dürfte Bilfinger Berger auch 2008 seine Umsätze weiter deutlich steigern können. Ein Wachstum der Gesamtleistung 9,8 Milliarden Euro ist realistisch. Gleichzeitig dürfte auch die Rendite weitersteigen, da die Mannheimer den margenstarken Bereich Dienstleistungen, dazu zählt zum Beispiel die Wartung, Instandhaltung und Modernisierung von Produktions- und Kraftwerksanlagen, unter anderem durch die Übernahme der Dienstsleistungssparte der Schweizer PSP AG und der britischen O’Hare Engineering deutlich ausgebaut haben. Weitere Zukäufe in diesem Bereich sind nicht auszuschließen.

Reizvolle Aussichten

Mit einem 2008er-KGV von knapp 14 ist Bilfinger Berger moderat bewertet. Der 30-prozentige Kursrückgang der letzten Wochen ist als Chance zu sehen. Das hohe Auftragspolster und die steigenden Renditeaussichten des Baukonzerns lassen den Einstieg auf dem aktuellem Niveau reizvoll erscheinen.

Kursziel bei Bilfinger Berger: 75,00 Euro. Stopp: 47,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 35/2007.

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| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

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