Boeing
- DER AKTIONÄR

Hoch hinaus

Des einen Leid ist des anderen Freud. Dieses Sprichwort passt recht treffend auf die derzeitige Lage der beiden Flugzeughersteller Airbus und Boeing. So veranlasst die Misere der Europäer um den A380 Fans des US-Konkurrenten sogar zu hämischen Kommentaren im Internet. Die Pannen seien am Boeing-Standort Seattle "die wichtigste Nachricht, seit wir die Football-Meisterschaft gewonnen haben", ist dort zu lesen.

Während Airbus derzeit in einer massiven Krise aufgrund von Verzögerungen bei der Auslieferung des Großraumflugzeuges A380 steckt, steht der Konkurrent Boeing so gut da wie seit langem nicht mehr.

Des einen Leid ist des anderen Freud. Dieses Sprichwort passt recht treffend auf die derzeitige Lage der beiden Flugzeughersteller Airbus und Boeing. So veranlasst die Misere der Europäer um den A380 Fans des US-Konkurrenten sogar zu hämischen Kommentaren im Internet. Die Pannen seien am Boeing-Standort Seattle "die wichtigste Nachricht, seit wir die Football-Meisterschaft gewonnen haben", ist dort zu lesen.

Das Geschäft brummt

Angestellte und Aktionäre des amerikanischen Flugzeugbauers haben derzeit wahrlich viel zu lachen. Alleine in den vergangenen Tagen konnte das Unternehmen mehrere Aufträge an Land ziehen. So bestellte die asiatische Fluggesellschaft Singapore Airlines 20 Verkehrsflugzeuge vom Typ 787-9 Dreamliner. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 4,5 Milliarden Dollar. Zusätzlich orderten Emirates und Ryanair Jets im Gesamtwert von rund 5,8 Milliarden Dollar. Schon im vergangenen dritten Quartal konnten die Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen deutlich gesteigert werden. 100 Maschinen nahmen die Airlines dem Boeing-Konzern von Juli bis September ab. Im gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres lag die Zahl nur bei 62.

Wieder vor Airbus

Nachdem Boeing vor ein paar Jahren von Airbus auf den zweiten Platz des Marktes für Verkehrsflugzeuge verdrängt wurde, haben die Amerikaner nun wieder deutlich die Nase vorn. Das unterstreicht auch die Aussage von Airbus-Chef Christian Streiff, dass man bei der Produktentwicklung rund 15 Jahre hinter dem US-Konkurrenten liege. Den Rückstand auf den Rivalen aufzuholen dürfte somit ein langwieriges Vorhaben werden. Dass die Amerikaner von den Verzögerungen beim A380 zunächst wenig profitieren, da ihr Modell des 747-8 wahrscheinlich nicht vor Mitte 2010 verfügbar sein wird, könnte sich schon bald ändern. So überlegt beispielweise Emirates, der größte Abnehmer des Airbus A380, auf andere Anbieter wie Boeing auszuweichen. Dessen Auftragsbücher sind jedenfalls auch jetzt schon voll. Nicht zuletzt dank des neu entwickelten Dreamliners. Statt aus Aluminium soll dieses Modell komplett aus karbonverstärktem Verbundwerkstoff bestehen und mindestens 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als herkömmliche Flugzeuge.

Hervorragende Aussichten

Im Jahr 2006 will Boeing insgesamt 395 Maschinen an den Mann bringen, 36 Prozent mehr als im Vorjahr. 2007 soll die Zahl auf 440 bis 445 steigen. Laut Analysten, die bei dem Wert bereits Kursziele von 100 Dollar sehen, soll sich der Gewinn je Aktie dann sogar von 2,35 auf 4,7 Dollar verdoppeln. Charttechnisch sollte Boeing das Allzeithoch bei 89,58 Dollar bald erreichen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 43/2006.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Magazin.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Stefan Sommer | 0 Kommentare

Boeing mit Rekordzahlen – kann Airbus nachlegen?

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat im abgelaufenen Jahr Rekorde bei Bestellungen und Auslieferungen seiner Flugzeuge aufgestellt. Unter dem Strich holte Boeing Aufträge für 1.432 Verkehrsflugzeuge herein und damit so viele wie nie zuvor. Damit dürfte der Airbus-Rivale mehr Aufträge verbucht haben als … mehr