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Hoch hinaus?

Erst seit kurzem an der Börse und nun vielleicht schon auf dem Weg zu einer der größten Fluggesellschaften der Welt: Air China. Die Gesellschaft hat einem Zeitungsbericht über eine mögliche Fusion mit dem Rivalen Cathay Pacific vor kurzem widersprochen. Dennoch halten sich die Gerüchte hartnäckig im Markt.

Erst seit kurzem an der Börse und nun vielleicht schon auf dem Weg zu einer der größten Fluggesellschaften der Welt: Air China.

Von Nancy Lanzendörfer

Nach der Übernahme der Schweizer Fluggesellschaft Swiss durch die Deutsche Lufthansa liegt weiter ostwärts noch ein viel größerer Zusammenschluss in der Luft: Gerüchten zufolge sind die Verhandlungen der Hongkonger Fluglinie Cathay Pacific Airways und Air China Ltd. aus dem Reich der Mitte über eine Fusion bereits weit fortgeschritten. Eine der größten Fluggesellschaften der Welt würde entstehen! Grund genug, sich die erst vor knapp einem Vierteljahr an die Börse gegangene Air China genauer anzusehen.

Traumhochzeit?

Air China, die größte Fluggesellschaft des Landes, hat einem Zeitungsbericht über eine mögliche Fusion mit dem Rivalen Cathay Pacific vor kurzem widersprochen. Dennoch halten sich die Gerüchte hartnäckig im Markt. Demzufolge soll Cathay zuerst den kleineren Rivalen Dragonair übernehmen, an dem der Börsenneuling über die China National Aviation 43 Prozent hält, bevor die beiden Luftfahrtunternehmen mit Air China verschmelzen. Cathay ist beim Börsengang von Air China im Dezember bereits mit zehn Prozent bei den Chinesen eingestiegen. Presseberichten zufolge begründete Cathay diesen Schritt damit, dass der Einstieg bei einer der führenden Fluglinien Chinas den Zugang zum schnell wachsenden Festlandmarkt erleichtern würde. Air China wiederum würde im Falle einer Hochzeit vom Know-how einer der rentabelsten Fluggesellschaften weltweit profitieren, was sich angesichts der starken Expansion und des Preiswettbewerbs durchaus auszahlen könnte.

Drehscheibe China

In den kommenden zehn Jahren dürfte nach Aussagen von EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot das Reich der Mitte zur führenden Drehscheibe im Passagierverkehr werden. Wachstumsimpulse seien von den Olympischen Spielen 2008 in Peking und der Weltausstellung 2010 in Shanghai zu erwarten. Air China wird daher auch gern als potenzieller neuer Partner für das Luftfahrtbündnis Star-Alliance gehandelt. In den ersten zwei Monaten 2005 beförderte Air China 2,79 Millionen Fluggäste und damit bereits 8,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Analysten sehen daher den Umsatz sowie den Gewinn in diesem Jahr bei 37 Milliarden Hongkong-Dollar oder 0,26 Dollar je Aktie nach 22 Milliarden Dollar oder zwei Cent je Aktie 2003.

Spekulativ und mit Fantasie

Air China hat sich im am schnellsten wachsenden Luftverkehrsmarkt schon gut positioniert, zusätzlich besteht aber auch noch Fusionsfantasie. Die Aktien sind mit einem 2005er-KGV von 11 günstig bewertet. Nach einem erfolgreichen Start an der Hongkonger Börse bewegen sie sich nun seitwärts. Risikobereite Anleger spekulieren auf einen Ausbruch aus der Range von 2,70 bis 3,00 Dollar. Allerdings sollte nur an der Heimatbörse geordert werden.

Hoch-Zeitsgefühle

Air China

 

ISIN CN000A0DNWD6
Kurs am 08.04.2005 0,29€
Empfehlungskurs 0,27€
Ziel 0,40€
Stopp 0,21€
KGV 05e 11
Chance/Risiko 4/3

 

Dieser Artikel ist in Ausgabe #15/05 von DER AKTIONÄR erschienen.

 

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