MEDIMMUNE INC. DL-,01
- DER AKTIONÄR

Hoch geflogen, tief gefallen!

Sie sind hoch geflogen. Und danach umso tiefer gefallen. Biotech-Aktien gehörten in den Boomzeiten 1999 und 2000 zu den absoluten Anlegerlieblingen. Und wurden nach dem Crash von vielen privaten Investoren verdammt. Kein Wunder, sitzt doch so mancher Anleger noch heute auf Verlusten von 90 Prozent und mehr. DER AKTIONÄR hat einige der ehemaligen Highflyer unter die Lupe genommen und deren Zukunftsperspektiven beleuchtet.

Immer noch sitzen Anleger auf herben Verlusten, weil Sie zu Boomzeiten Biotech-Aktien zu Höchstkursen gekauft haben. Wie stehen die Chancen auf ein Happy End?

Sie sind hoch geflogen. Und danach umso tiefer gefallen. Biotech-Aktien gehörten in den Boomzeiten 1999 und 2000 zu den absoluten Anlegerlieblingen. Und wurden nach dem Crash von vielen privaten Investoren verdammt. Kein Wunder, sitzt doch so mancher Anleger noch heute auf Verlusten von 90 Prozent und mehr. DER AKTIONÄR hat einige der ehemaligen Highflyer unter die Lupe genommen und deren Zukunftsperspektiven beleuchtet.

Vertex - (fast) alles hängt an Hepatitis-Mittel

Wer im Herbst 2000 bei Vertex dabei sein wollte, musste für eine Aktie fast 100 Dollar hinblättern. Deutlich günstiger kam zum Zug, wer erst Ende 2003 zugriff, als der Wert eines Anteilscheins sogar unter die Marke von zehn Dollar rutschte. Von ihrem Tief hat sich die Aktie inzwischen deutlich erholt. Zwischenzeitlich ging es sogar bis 45 Dollar nach oben – der Fantasie um ein neuartiges Medikament gegen Hepatitis C sei Dank. Der Produktkandidat Telaprevir (VX-950) befindet sich derzeit in der zweiten Phase klinischer Tests und ist der große Hoffnungsträger von Vertex. Allerdings erhielten die Hoffnungen zuletzt einen leichten Dämpfer. In Zwischenergebnissen aus den laufenden Tests zeigte sich, dass Telaprevir nicht ganz so wirksam sein könnte wie ursprünglich erhofft. Nicht zuletzt deshalb kam die Aktie inzwischen bis auf 30 Dollar zurück. Hier verläuft eine markante Unterstützung, die nicht unterschritten werden sollte. Investierte Anleger sollten knapp unterhalb dieser Marke einen Stoppkurs platzieren. Ansonsten gilt: Alles hängt an Telaprevir. Anleger, die auf einen Erfolg des Medikamentes spekulieren wollen, warten ab, ob die Unterstützung hält und greifen dann zu.

Medimmune – der "Icahn-Faktor"

Eine Revolution sollte sie sein, die erste Grippeimpfung, die durch ein Spray über die Nasenschleimhäute verabreicht und nicht gespritzt wird. Doch nur 36 Millionen Dollar Umsatz im Jahr 2006 mit dem Grippemittel Flumist, das einst als möglicher Milliarden- Seller gefeiert wurde, sprechen eine gänzlich andere Sprache. Die US-Gesundheitsbehörde verweigert nach wie vor Kindern und älteren Menschen – und damit zwei der wichtigsten Zielgruppen – aufgrund von Sicherheitsbedenken den Zugang zu dem Spray. Dies limitiert das Umsatzpotenzial erheblich. Limitiert schienen lange auch die Gewinnchancen für Medimmune-Aktionäre. Doch in den nächsten Monaten könnte Bewegung in den Kurs kommen. Denn erst vor wenigen Tagen ist der berühmt-berüchtigte Investor Carl Icahn bei Medimmune eingestiegen. Der streitbare Multimilliardär, der vor kurzem auch die Macht beim Biotech-Konzern Imclone an sich riss, besitzt zwar derzeit nur einen Anteil von 1,1 Prozent an Medimmune, doch Icahn ist dafür bekannt, dass er das Management eines Unternehmens unter Druck setzt, um den Shareholder-Value zu steigern. In diesem Fall spekulieren Marktteilnehmer darüber, dass das Management zum Verkauf des Unternehmens gezwungen werden soll. Der Icahn-Einstieg macht aus Medimmune also einen heißen Übernahmekandidaten. Angesichts der Prämien, die derzeit gezahlt werden, könnte sich der rechtzeitige Einstieg bei Medimmune durchaus lohnen.

Neurocrine Biosciences – schlaflos in San Diego

Die Aktie von Neurocrine dürfte im Mai letzten Jahres einige Anleger um den Schlaf gebracht haben. Denn damals erklärte die FDA, dass sie auf Grundlage der vorliegenden Daten aus den klinischen Studien mit Indiplon das neuartige Schlafmittel nicht zum Verkauf freigeben könne. Neue Tests seien nötig, um Sicherheit und Wirksamkeit des Medikamentes zu belegen. Zahlte man Anfang Mai 2006 noch über 50 Dollar für eine Neurocrine-Aktie, waren sie kurz nach dieser Meldung für weniger als zehn zu haben. Dies muss auch dem Management-Team von Neurocrine in der Konzernzentrale im kalifornischen San Diego einige schlaflose Nächte bereitet haben. Aber diese haben sie offensichtlich genutzt: Stand einige Zeit die Zukunft von Indiplon komplett in den Sternen, deutet nun einiges darauf hin, dass das Mittel nun doch in absehbarer Zeit in den Verkaufsregalen stehen könnte. Viel früher als geplant, nämlich bis spätestens zum Ende des zweiten Quartals 2006, will Neurocrine die geforderten Daten für die FDA zugänglich machen. Gib die Behörde grünes Licht, könnte das Mittel Ende 2006 oder Anfang 2007 in den Verkauf kommen. Anleger, die das Papier noch im Depot haben, sollten nun auch nicht mehr verkaufen, sondern den Indiplon-Entscheid abwarten. Bei einem positiven Ausgang können Sie zumindest einen Teil der Verluste wieder reinholen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 10/2007.

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