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Neuer Freund, Vollrausch auf Hollywood-Party, Nacktaufnahmen - kein Tag vergeht, an dem die Klatschpresse nicht irgendetwas über das Society-Sternchen Paris Hilton zu berichten hat. Anfang Juli allerdings stand ein anderer Hilton im Mittelpunkt des Interesses: Paris’ Großvater Barron, der sich über einen gigantischen Geldsegen freuen konnte.

Private-Equity-Fonds haben Heißhunger auf Hotelkonzerne. DER AKTIONÄR sagt, welche Aktien kaufenswert sind.

Neuer Freund, Vollrausch auf Hollywood-Party, Nacktaufnahmen - kein Tag vergeht, an dem die Klatschpresse nicht irgendetwas über das Society-Sternchen Paris Hilton zu berichten hat. Anfang Juli allerdings stand ein anderer Hilton im Mittelpunkt des Interesses: Paris’ Großvater Barron, der sich über einen gigantischen Geldsegen freuen konnte: Der US-Finanzinvestor Blackstone übernimmt für 26 Milliarden Dollar das Hotelimperium, das vor 88 Jahren von Conrad Hilton gegründet wurde. Barron Hilton, Conrads Sohn, erhält für seine 21 Millionen Aktien rund eine Milliarde Dollar.

Accor hat viel vor

Die Übernahme von Hilton Hotels (2.800 Hotels, 480.000 Betten) ist keine Ausnahme. Etliche Hotelunternehmen sind in den vergangenen Monaten gekauft worden – etwa Four Seasons oder 47 Marriott-Hotels. Über 80 Milliarden Dollar wurden seit Jahresanfang – zumeist von Private-Equity-Firmen – hierfür ausgegeben. Hotels sind bei privaten Beteiligungsgesellschaften deswegen sehr begehrt, weil sie oftmals deutlich höhere Renditen abwerfen als etwa Wohn- oder Büroimmobilien. Branchenkenner rechnen damit, dass die Übernahmewelle weitergeht. Ein Kaufkandidat ist Accor, die weltweite Nummer 4. Unter dem Dach der Franzosen sind elf Hotelketten – von der einfachen Herberge bis zur Luxusunterkunft – vereint, unter anderem Novotel, Ibis und Sofitel. Bis 2010 will Accor den bestehenden 450.000 weitere 200.000 Zimmer hinzufügen. Überdurchschnittliches Potenzial sieht das Unternehmen in China. Hier sollen innerhalb der kommenden beiden Jahre 80 Hotels gebaut werden – bislang betreibt Accor in China 44 Häuser. Mit einem 2008er-KGV von 22 sieht Accor auf den ersten Blick nicht aus wie ein Schnäppchen. Allerdings ist Hilton Blackstone deutlich mehr wert: Das Angebot von 47,50 Dollar je Hilton- Aktie bedeutet ein 2008er-KGV von 32 – und dies wird von Branchenkennern noch als günstig eingestuft!

Weitere Kandidaten

Gut möglich ist auch, dass Accor selbst auf Einkaufstour geht. Auf dem Börsenparkett munkelt man, dass die Franzosen ein Auge auf Wyndham Worldwide geworfen haben. Das US-Unternehmen, an dem auch Blackstone interessiert sein soll, betreibt weltweit 6.500 Hotels und ist besonders auf dem heimischen Markt bestens positioniert. Accor ist nach dem Verkauf der Red Roof Hotels nur noch mit der Kette Motel 6 in den USA vertreten. Zudem ist die Aktie mit einem 2008er-KGV von 16 im Branchenvergleich klar unterbewertet. Einziger Haken: In Deutschland wird der Titel kaum gehandelt. Attraktiv ist auch NH Hoteles. Der spanische Marktführer glänzt seit Jahren mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Vor wenigen Wochen meldete die spanische Tageszeitung El Confidencial, dass der Großinvestor Jose Ramon Carabante an der Übernahme von NH Hoteles interessiert ist. Auch für die Großen der Private-Equity-Branche ist NH Hoteles (2008er-KGV: 21) interessant, zumal der Konzern an der Börse aktuell nur mit 2,40 Milliarden Euro bewertet wird.

Noch von sich reden machen könnte Home Inns & Hotels Managements. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai ist die Nummer 2 in China und betreibt 140 Hotels in 50 Städten. Derzeit werden 50 weitere Häuser gebaut. Da China auf dem Weg zur wirtschaftlichen Supermacht ist, nimmt auch die Zahl der Geschäftsreisenden stetig zu. Auch der Tourismus zieht deutlich an, sodass Home Inns & Hotels Managements ein weit über dem Branchenschnitt liegendes Gewinnwachstum von zuletzt 75 Prozent vorweisen kann. Allerdings ist die Aktie mit einem 2008er- KGV von 67 recht teuer.

Kaufen - aber wen?

Es gibt mehrere Gründe, warum das Sentiment für Hotel- Aktien positiv bleibt: die gute Konjunktur, die hohe Auslastung der Häuser und vor allem das Übernahmefieber. Accor, Wyndham Worldwide und NH Hoteles bieten das beste Chance- Risiko-Profil und sind ein Investment wert. Home Inns & Hotels Managements ist aktuell aufgrund der hohen Bewertung nur eine Halteposition. Anleger sollten erst bei Kursen um 22 Euro zugreifen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 30/2007.

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